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Anlagen-Kolumne

Die Aussichten für Anleger in Fernost sind nicht schlecht

Während in den USA und Europa die Wirtschaft noch am Tropf des Staates hängt, brummt der Wachstumsmotor in Indien und China wieder - trotz relativ hoher Zinsen.

Von Jens Ehrhardt Veröffentlicht:

Generell vermitteln die international niedrigen Zinsen und extremen schuldenfinanzierten Staatsausgaben durchaus den Eindruck einer Blasen-Bildung. Da künftig kaum mit neuen staatlichen Konjunkturprogrammen zu rechnen ist, dürften die Notenbanken weiterhin ihren Kurs einer expansiven Geldpolitik verfolgen, um die Konjunktur nicht völlig abzuwürgen.

Bisher hat man keinesfalls den Eindruck, dass die Geldpolitik wirklich in der privaten Realwirtschaft angekommen ist, um dort einen selbsttragenden Aufschwung auszulösen. In den USA beispielsweise fallen die Kreditvolumina nicht nur bei Unternehmen sondern auch bei den früher als unermüdlich eingeschätzten US-Konsumenten. Dies zeigt, dass Unternehmen nach wie vor von Absatzängsten und Konsumenten von Ängsten um die Themen Beschäftigung und Einkommen getrieben sind. Entsprechend halten sich die Wirtschaftssubjekte mit kreditfinanzierten Investitions- und Konsumausgaben zurück.

Ganz anders ist die Situation in den Schwellenländern, speziell in China. Während die Kreditvergabe auch in Ländern wie Süd-Korea, Indonesien und Indien zurückgeht, steigen die Kreditgewährung und die Geldmengen in China nach wie vor überdurchschnittlich. Eigentlich will die chinesische Regierung vor dem Hintergrund der stark steigenden Immobilienpreise die Kreditvergabe eindämmen. An ein Platzen einer Blase in China ist dennoch vorläufig nicht zu denken.

Ein Platzen passiert immer dann, wenn der Stimulus (Konjunkturprogramm, Nullzins-Politik) wegfällt. Die Notenbank-Zinsen in China liegen allerdings im internationalen Vergleich bereits auf sehr hohem Niveau, was nicht vergleichbar ist mit der extrem expansiven Geldpolitik in den USA.

Wenn überhaupt eine Blase wieder aufgepumpt wird, dann in den USA. Entsprechendes gilt für die Aktienbewertungen. In den USA waren die Aktienbewertungen selbst auf den Tiefständen des vergangenen Jahres nicht wirklich günstig. Während Aktienbewertungen heute, im Anschluss an die deutlichen Kurssteigerungen, durchaus wieder auf eine Blase hindeuten, bieten chinesische Unternehmen vor dem Hintergrund der sehr viel besseren Konjunkturaussichten durchaus noch Bewertungsspielraum. Auch aus dieser Sicht ist in China keine Blase in Sicht.

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