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Gewalttätige Patienten

Umfrage in Baden-Württemberg: Ein Drittel der Ärzte wurde schon Opfer von körperlicher Gewalt

Rund 1.700 Ärztinnen und Ärzte aus Baden-Württemberg wurden zu ihren Gewalterfahrungen befragt: Verbale Gewalt ist an der Tagesordnung, körperliche Übergriffe von Patienten hat jeder Dritte bereits erlebt.

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Patientin mit erhobenem Zeigefinger

Das Ausmaß körperlicher und verbaler Gewalt von Patinten ist hoch - das zeigt eine Umfrage der LÄK.

© Bacho Foto / stock.adobe.com

Stuttgart. Ärztinnen und Ärzte und ihre Teams werden immer wieder Opfer von Gewalt durch Patienten. Wie groß das Ausmaß tatsächlich ist, hat jetzt eine Studie der Landesärztekammer Baden-Württemberg ergeben.

Von rund 1.700 Befragten berichteten 26 Prozent von körperlicher, 12,5 Prozent von sexualisierter und über 78 Prozent von verbaler Gewalt. Besonders betroffenen waren laut Autoren Fachrichtungen wie Psychiatrie, Innere Medizin und Anästhesiologie (bei überwiegend Patienten oder deren Angehörigen als Täter).

Wie die Befragung weiter ausführt, waren weibliche Befragte signifikant häufiger von verbaler, körperlicher und sexualisierter Gewalt betroffen als männliche Teilnehmer.

Zu schwerer körperlicher Gewalt sei es vor allem im psychiatrischen und akutmedizinischen Umfeld gekommen, heißt es. Die Befragung entstand in enger Zusammenarbeit mit der Landesärztekammer sowie der Bezirksärztekammer Nordbaden und der Landeszahnärztekammer Baden-Württemberg.

Einrichtung einer anonymen Meldestelle

Mit der Einrichtung einer Meldestelle, über die Ärztinnen und Ärzte Gewaltvorfälle gegen sich und ihre Teams anonym zur Kenntnis bringen können, habe die Landesärztekammer Baden-Württemberg bereits einen ersten wichtigen Akzent gesetzt, heißt es in einer Mitteilung.

Die Studienautoren betonen: In Rahmen der Untersuchung werde zwar nur ein geringer Teil der Ärzteschaft abgebildet. Gleichwohl werde exemplarisch aufgezeigt, wie verbreitet Gewalterfahrungen im medizinischen Kontext sind – und welch dringender Handlungsbedarf bestehe, um die Situation zu verbessern.

Die Landesärztekammer bezeichnet die Studie als einen wichtigen Anstoß und Motivation, ihre „intensiven Bemühungen für mehr Schutz des medizinischen Personals vor Gewalterfahrungen auf allen Ebenen fortzusetzen“. (kaha)

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