Terminvermittlung
Zi-Analyse zu Terminservicestellen: Fast jeder zweite Arzttermin bleibt ungenutzt
44 Prozent der über die Terminservicestellen bereitgestellten Arzttermine werden nicht gebucht. Das zeigt eine Auswertung des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung. Diese Fachgruppen sind besonders betroffen.
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Arzttermin vereinbart? Nicht alle Angebote der Terminservicestellen werden ausgeschöpft.
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Berlin. Die Angebote der Terminvermittlung werden bislang nicht vollständig genutzt. Das zeigen aktuelle Auswertungen des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung (Zi) anhand der Daten aus den Terminservicestellen (TSS) der 17 Kassenärztlichen Vereinigungen.
Von insgesamt rund 3,58 Millionen Terminen, die Arztpraxen den gesetzlich Versicherten über die TSS bereitgestellt haben, wurden rund 2 Millionen tatsächlich gebucht. Damit blieben 44 Prozent der angebotenen Termine ungebucht.
Unterschiede zwischen den Fachgruppen
Dabei zeigen sich erhebliche Unterschiede zwischen den Fachgruppen. Während in der Neurologie 91 Prozent und in der Psychotherapie 84 Prozent der angebotenen Termine gebucht wurden, lagen die entsprechenden Anteile in der Allgemeinmedizin bei lediglich 25 Prozent und in der HNO-Heilkunde bei 28 Prozent.
Auch in der Inneren Medizin (65 Prozent), Augenheilkunde (55 Prozent) und Frauenheilkunde (46 Prozent) variierten die Buchungsquoten deutlich (siehe nachfolgende Grafik).
„Die Diskussion über lange Wartezeiten und zusätzliche Termingarantien muss auch berücksichtigen, wie gut die bereits vorhandenen Vermittlungsmöglichkeiten genutzt werden. Die Terminservicestellen bieten schon heute einen etablierten Zugang zu Arztterminen, der offenbar noch nicht ausreichend bekannt ist“, sagte der Zi-Vorstandsvorsitzende Dr. Dominik von Stillfried.
Wenn fast jeder zweite angebotene Termin ungebucht bleibe, zeige das, dass bestehende Strukturen besser ausgeschöpft werden sollten, bevor neue, weitergehende Maßnahmen ergriffen würden.
Sieben Prozent der Termine wurden nicht wahrgenommen
Neben der Buchung ist auch die tatsächliche Wahrnehmung vereinbarter Termine für die Nutzung der Behandlungskapazitäten relevant. Nach den vorliegenden Daten wurden 5,7 Prozent der gebuchten Termine von Patientinnen und Patienten abgesagt.
Weitere 2,1 Prozent wurden ohne vorherige Absage nicht wahrgenommen (sogenannte No-Shows). Die tatsächliche No-Show-Quote dürfte allerdings höher liegen, da von den Praxen nicht alle ausgefallenen Termine systematisch in der Terminsoftware dokumentiert werden.
Schätzungen und Berichten zufolge könnte sie je nach Standort bis zu dreimal so hoch sein wie der erfasste Wert, ist das Zi überzeugt. Auch bei den Patientenabsagen und No-Shows bestehen Unterschiede zwischen den Fachgruppen. (kaha)








