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Herzinfarkt

Der Puls und das Sterberisiko

Manche Patienten mit einem gerade überstandenem Myokardinfarkt haben offenbar schlechtere Chancen, das nächste Jahr zu überleben. Herausfinden lassen sich die Risikopatienten anhand der Ruhe-Herzfrequenz.

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Wie gut ist seine Prognose? Patienten, die das Krankenhaus mit einem Puls von mindestens 75/min verlassen, haben einer Studie zufolge ein deutlich höheres Risiko, innerhalb eines Jahres zu sterben.

Wie gut ist seine Prognose? Patienten, die das Krankenhaus mit einem Puls von mindestens 75/min verlassen, haben einer Studie zufolge ein deutlich höheres Risiko, innerhalb eines Jahres zu sterben.

© Blue-Fox/fotolia.com

BESANÇON. Die Herzfrequenz in Ruhe gilt als Indikator für die kardiovaskuläre Gefährdung von KHK-Patienten. Dies zeigt sich besonders deutlich nach einem akuten Herzinfarkt: In einer französischen Registerstudie hatten Patienten, die das Krankenhaus mit einer Schlagfrequenz von mindestens 75 / min verließen, ein um 39 Prozent höheres Risiko, innerhalb eines Jahres zu sterben, als Patienten mit einer niedrigeren Frequenz (The American Journal of Medicine 2014, online 6. Juli).

"Dieses einfache klinische Zeichen sollte daher bei Patienten mit akutem Myokardinfarkt nicht übersehen werden", betonen die Studienautoren um Marie France Seronde von der Universität Besançon.

Für die Studie haben sie Daten von 3079 Patienten ausgewertet, die im Jahr 2005 einen akuten Myokardinfarkt überlebt hatten. Die Herzfrequenz hatte im Median bei 66 / min gelegen; knapp 75 Prozent der Patienten hatten einen Betablocker eingenommen.

Die mit 6,7 Prozent niedrigste Ein-Jahres-Mortalität bestand in der Quartile mit der niedrigsten Herzfrequenz (< 60 / min). In der zweiten Quartile (61 - 67 / min) betrug die Sterberate 7,7 Prozent, in der dritten (68 - 75 / min) 8,7 Prozent, in der höchsten Quartile (= 75 / min) stieg sie auf 13,2 Prozent. Die entsprechenden Zahlen nach fünf Jahren lauten 20 Prozent, 23 Prozent, 26 und 30 Prozent.

Prädiktoren: COPD, Diabetes

Die Herzfrequenz bei der Entlassung blieb auch dann mit der Ein-Jahres-Mortalität korreliert, wenn andere Risikofaktoren berücksichtigt wurden. Mit zehn Schlägen mehr erhöhte sich die Sterberate jeweils um 13 Prozent. In den Jahren zwei bis fünf war die Beziehung zwischen Frequenz und Mortalität dann allerdings nicht mehr signifikant.

Ob Frau oder Mann, jünger oder älter, mit oder ohne Betablockade änderte nichts daran, dass eine Herzfrequenz = 75 / min die Mortalität erhöhte. Der negative Effekt zeigte sich jedoch nur, wenn die Patienten an einer linksventrikulären Dysfunktion litten.

Unter dieser Voraussetzung war eine Entlassungs-Herzfrequenz = 75 / min mit einer um 80 Prozent höheren Ein-Jahres-Sterberate assoziiert, jeder Anstieg der Frequenz um 10 / min erhöhte die Mortalität um 18 Prozent.

Wie hoch die Herzfrequenz war, hing von zahlreichen Faktoren ab. Als unabhängige Prädiktoren für eine erhöhte Rate erwiesen sich weibliches Geschlecht, ST-Hebungsinfarkt, Diabetes, COPD, größere Blutungen oder Transfusion während des Krankenhausaufenthalts, eine linksventrikuläre Dysfunktion und eine Niereninsuffizienz sowie das Fehlen einer Betablockertherapie. (bs)

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