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Interview

"Wir schauen über den deutschen Tellerrand hinaus"

Weltweit hat die Gesundheitsbranche ein enormes Wachstumspotenzial. Wie deutsche Ärzte davon profitieren können, erläutern ApoAsset-Geschäftsführer Rolf Heußen und Portfolio Manager Kai Brüning.

Veröffentlicht:
Rolf Heußen, Geschäftsführer (v.l.) und Kai Brüning, Portfolio Manager Gesundheits-Aktien

Rolf Heußen, Geschäftsführer (v.l.) und Kai Brüning, Portfolio Manager Gesundheits-Aktien

© Apo Asset Management GmbH

Ärzte Zeitung: Deutschland 2012: Jedem fünften Krankenhaus droht die Insolvenz, niedergelassene Ärzte klagen über schlechte Honorare, die Pharmaindustrie sieht durch Patentverluste ihre Gewinne wegschmelzen: Warum sollten Ärzte gerade heute Geld in Aktien der Gesundheitsbranche investieren?

Rolf Heußen: Wir schauen über den deutschen Tellerrand hinaus: Unsere Fondsmanager investieren weltweit in Aktien von Unternehmen, die Potenzial haben. Denn global betrachtet ist die Gesundheitsbranche ein Wachstumsmarkt. An diesem Potenzial können auch Ärzte aus Deutschland profitieren - zum Beispiel über Aktienfonds.

Ärzte Zeitung: Was macht dieses Wachstumspotenzial aus? Wo sehen Sie Megatrends in der Gesundheitswirtschaft, auf die Anleger setzen sollten?

Kai Brüning: Ein Megatrend in der Gesundheitswirtschaft sind zum Beispiel Generika. Allein dieses Jahr verlieren Medikamente im Wert von 37 Milliarden US-Dollar ihren Patentschutz. Davon profitieren die Generika-Hersteller.

Ärzte Zeitung: Schon zum dritten Mal in Folge ist Ihr Fonds apo Medical Opportunities mit den Euro Fund Awards ausgezeichnet worden. Was ist Ihr Erfolgsrezept?

Heußen: In den meisten Fonds, die in Gesundheitswerte investieren, machen Pharma-Aktien mehr als die Hälfte aus. Das empfinden wir als Klumpenrisiko. Wir investieren in der Regel nur rund 25 Prozent in Pharma-Unternehmen.

Dazu kommt, dass wir nicht nur Papiere von Großkonzernen kaufen, sondern auch die kleinerer Aktienunternehmen, zum Beispiel aus den Bereichen Betreuung, Pflege oder Medizintechnik.

Ärzte Zeitung: Mit einem Volumen von 63 Millionen Euro gehören Sie zu den kleineren Fonds. Wer hat Anteile an ihrem Fonds? Privatpersonen? Institutionelle Anleger wie Pensionskassen oder Versicherungen?

Brüning: Unsere Anleger sind vor allem Ärzte, Zahnärzte und Apotheker. Zehn bis 15 Prozent der Fondsanteile halten aktuell auch institutionelle Anleger.

Ärzte Zeitung: Haben Sie persönlich Anteile Ihres Fonds Medical Opportunities?

Brüning: Ja, ich bin überzeugt von unserer Strategie und kaufe deshalb über einen Sparplan regelmäßig Anteile an unserem Fonds.

Ärzte Zeitung: Der Ratschlag, den jeder Anleger kennt, lautet: Streuen, streuen, streuen. Welchen Teil des Aktienportfolios sollen Investoren Ihrer Meinung nach in Gesundheitsaktien anlegen?

Heußen: Maximal zehn bis 20 Prozent der Aktien sollten in Gesundheitsaktien angelegt werden. Diese Zahl entspricht dem Anteil der Gesundheitsausgaben an der jährlichen Wirtschaftsleistung: Aktuell beträgt der Anteil weltweit 9,7 Prozent des Bruttoinlandsprodukts, in den USA bewegen wir uns auf die 20 Prozent zu, in aufstrebenden Regionen wie Lateinamerika sind es 7,5 Prozent.

Mit dem steigenden Wohlstand in den Ländern Lateinamerikas oder auch Afrikas und Asiens wird der Anteil voraussichtlich überproportional wachsen.

Das Gespräch führte Antonia von Alten.

apo Medical Opportunities

Anlagepolitik: Der Fonds investiert vorwiegend in Aktien sowie aktienähnliche Wertpapiere und Zertifikate, die weltweit an Wertpapierbörsen notiert sind.

Zusammensetzung nach Branchen: 27,5 % Pharma, 22 % Laborausrüster, 21 % Biotechnologie, 11,5 % Medizintechnik, 7 % Dienstleister, 1 % IT, 10 % sonstige.

Fondsvolumen: 63 Millionen Euro (1. März 2012)

Auflagedatum: 1.September 2005

Kosten: Ausgabeaufschlag 5 %, Verwaltungsgebühr 1,6 % p.a., Depotbankgebühr 0,09 %

Mindestanlage: keine, sparplanfähig ab 50 Euro

Fondsmanager: Apo Asset Management: zuständig für: Generika, Medizintechnik (z.B. Orthopädie, Diagnostik, Zahnheilkunde), Pflege, Logistik und IT Medical Strategy: zuständig für: Biotechnologie, Pharma, Medizintechnik (z.B. Kardiologie, Neurologie)

ISIN LU0220663669

Lesen Sie dazu auch: Weltweiter Gesundheitsmarkt - eine Goldgrube

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