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"Act on Stroke" soll Schlaganfallversorgung verbessern

Wie schnell und wie gut klappt die Therapie in Stroke Units? Ein spezielles Beratungskonzept soll die Versorgung optimieren.

DÜSSELDORF (mut). Mehr als die Hälfte der Schlaganfallpatienten werden mittlerweile in Deutschland in Stroke Units versorgt - das ist im europaweiten Vergleich nicht schlecht, denn: Die Sterberate der Patienten, die solchen Units behandelt werden, liegt deutlich niedriger als in nicht spezialisierten Einrichtungen.

Dennoch gibt es auch bei den Abläufen in Stroke Units noch viel Optimierungsbedarf. Hier setzt das Beratungskonzept "Act on Stroke" von Siemens Healthcare Consulting an, das jetzt auf der Medica präsentiert wurde. In Anlehnung an ähnliche Modelle aus der Industrie bewertet ein Expertenteam in fünf Tagen die Prozesse in der Klinik anhand von über 450 Einzelkriterien.

Analysiert werden etwa die Einhaltung therapeutischer Leitlinien, Organisationsstruktur und Personalmanagement, externe Kommunikation, Infrastruktur und Einsatz von IT. Daraus bestimmen die Berater den "Reifegrad" der Prozesse auf einer Skala von 1 bis 5. Je höher der Reifegrad, um so besser ist die Behandlungsqualität.

Nach der Bewertung der Ist-Situation und einem detaillierten Ergebnisbericht entwickeln die Berater Maßnahmen für die Kliniken, um die Abläufe zu optimieren. So sollten etwa Patienten mit Lähmungen in der Notaufnahme nicht warten müssen, und es sollten mehr Patienten noch im Zeitfenster für eine Thrombolyse (maximal viereinhalb Stunden) erreicht werden.

Aufgezeigt werden dabei jeweils die größten Schwachpunkte - deren Behebung treibt den Reifegrad am stärksten nach oben.

Das Konzept ist an der Stroke Unit der Uni Münster geprüft worden. "Die Berater haben die Finger genau in die Wunde gelegt" so Professor Bernd Ringelstein aus Münster.

Sie haben etwa Defizite in der Notaufnahme aufgedeckt. Insgesamt schnitt Münster mit einem Reifegrad von 2,8 aber sehr gut ab. Der Preis des Assessments: etwa 20 000 Euro.

Dass sich ein hoher Reifegrad für die Patienten auszahlt, wurde vor kurzem in einer kanadischen Studie gezeigt: So ist die Mortalität in Kliniken mit optimierten Prozessen etwa zwei bis sechsmal geringer als in solchen ohne Optimierung (Neurology 2010; 75:456).

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