Tabuthemen im Arztgespräch
Scham, Peinlichkeit oder Misstrauen: Fast jeder Fünfte verschweigt etwas beim Arzt
18 Prozent der Befragten einer Barmer-Umfrage haben im Arztgespräch schon bestimmte Probleme verschwiegen. Dabei dominiert ein bestimmter Themenkomplex.
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Laut einer neuen Barmer-Umfrage haben 23 Prozent der Patientinnen und 13 Prozent der Patienten bestimmte Themen im Arztgespräch nicht angesprochen.
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Berlin. Vor allem junge Menschen haben laut einer aktuellen Erhebung Probleme, im Arztgespräch bestimmte Themen anzusprechen – dies gilt vor allem für Beziehungs- und Sexualprobleme. Dabei ist laut der repräsentativen Forsa-Umfrage im Auftrag der Barmer der Anteil der Frauen, die ihrer Ärztin oder ihrem Arzt etwas verschweigen, mit 23 Prozent wesentlich höher als bei Männern (13 Prozent).
Während diese beiden Zahlen für alle Befragten ab 18 Jahren gelten, liegt der Anteil derer, die so manches im Gespräch auslassen, bei den 18- bis 29-Jährigen mit 28 Prozent am höchsten. Mit zunehmendem Alter sinkt die Rate, wie die Barmer am Mittwoch berichtete. Bei Personen ab 60 Jahren sei dies nur noch bei 13 Prozent der Fall.
28 Prozent erklärten den Zahlen zufolge, sie hätten Schwierigkeiten, Beziehungs- und Partnerschaftsprobleme bei einem Arztbesuch anzusprechen. Bei Sexualgesundheit und sexuellen Problemen sagten dies 25 Prozent und bei häuslicher Gewalt oder Missbrauch 20 Prozent.
Geschlechtsspezifische Unterschiede
Differenziert nach Geschlechtern ist die Differenz mit zehn Prozentpunkten im Bereich häusliche Gewalt und Missbrauch am größten, wo 25 Prozent der Frauen und 14 Prozent der Männer Schwierigkeiten hätten, dies anzusprechen. Ähnlich bei Gewichtsproblemen und Essstörungen, die 17 Prozent der Frauen und 7 Prozent der Männer lieber ausklammern.
Dabei zeugt dieses Vermeidungsverhalten offenbar nicht von mangelndem Vertrauen in die Ärzte: 92 Prozent der Befragten vertrauen laut der Umfrage den Medizinern, wenn es um das Thema Gesundheit geht. (bar)



