Kooperation | In Kooperation mit: AOK-Bundesverband

AOK-Positionspapier

Arzneivorräte für vier statt zwei Wochen

Sechs Forderungen stellt der AOK-Bundesverband an die Versorgungssicherheit.

Veröffentlicht:

Berlin. Der AOK-Bundesverband fordert sowohl auf nationaler als auch auf europäischer Ebene einheitliche Frühwarnsysteme für Lieferengpässe bei Generika.

Mit der Corona-Pandemie rücke die Sorge vor drohenden Beschaffungsproblemen bei wichtigen medizinischen Gütern in den Fokus der öffentlichen Wahrnehmung, heißt es in einem Positionspapier des Verbandes. Das Bundesamt für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) solle daher die Versorgungssituation nicht nur anlassbezogen prüfen dürfen, sondern kontinuierlich im Blick behalten.

Zudem sollten Hersteller und Großhandel verpflichtet werden, größere Mengen von Fertigarzneimitteln vier statt wie bislang zwei Wochen vorzuhalten. Hersteller sollten zudem verpflichtet werden, Wirkstoffmengen für fünf Monate Produktion bereitzuhalten.

Mit mehr Personal sollen die Aufsichtsbehörden in die Lage versetzt werden, nach unentdeckten Herstellungsdefiziten zu fahnden und Transparenz über die Standorte der Wirkstoffproduktion in Indien und China zu gewinnen. Diese Daten könnten packungsbezogen über das Anti-Fälschungs-System „securPharm“ gesammelt werden.

Die gesetzlichen Krankenkassen sollten ferner die Einhaltung von Umwelt- und Sozialstandards in der Arzneimittelproduktion in ihren Verträgen mitverhandeln. Auch das stärke die Versorgungssicherheit.

Eine Förderung von Re-Importen solle tunlichst unterbleiben, heißt es beim AOK-Bundesverband. Das sei Wirtschaftsförderung und habe mit Versorgungssicherheit nichts zu tun. Im Gegenteil bestehe die Gefahr, dass der Markt kleinerer Länder leer gekauft werde, sodass dort Versorgungsengpässe entstünden.

Das Papier fordert, die Marktmacht der Europäischen Union zu bündeln. Die Debatte um wichtige Arzneimittel für die Versorgung von COVID-19-Erkrankten habe gezeigt, dass sich nationale Alleingänge wie das Vorgehen der USA bei der Bevorratung mit Remdesivir schädlich auf andere Länder auswirkten. (af)

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