Diabetes

Auch die Kommunen sind gefragt

Die regionalen Daten zur Diabetesprävalenz sind ein gutes Instrument für gezieltere Prävention, meint der stellvertretende Geschäftsführer des WIdO, Helmut Schröder.

Veröffentlicht: 06.12.2019, 11:22 Uhr

Herr Schröder, was ist das Besondere der WIdO-Untersuchung?

Helmut Schröder: Erstmals stehen Zahlen und Fakten über die Verbreitung von Typ-2-Diabetes in der gesamten Bevölkerung Deutschlands zur Verfügung.

Auch die Kommunen sind gefragt

Helmut Schröder, stellv. WIdO-Geschäftsführer

© AOK Bundesverband

Das Besondere ist dabei, dass dadurch bis auf die Ebene der mehr als 400 Landkreise und Städte in Deutschland transparent gemacht wird, wie häufig die Erkrankung vorkommt.

Die Auswertungen mit Kennzahlen auf Kreisebene können Landräten und Bürgermeistern helfen, ihre regionale Situation einzuordnen und Ansätze zu entwickeln, um die gesundheitliche Versorgung der Bürgerinnen und Bürger vor Ort zu verbessern. Denn vor Ort in den Kommunen werden die Rahmenbedingungen für ein gesundes Leben geschaffen.

Wodurch lässt sich die Häufung von Diabetes in manchen Regionen erklären?

Aus zahlreichen Studien ist bekannt, dass materiell und sozial benachteilige Menschen häufiger an Typ-2-Diabetes erkranken als Menschen mit einem vergleichsweise hohen ökonomischen und sozialen Status. Dies wird auch im Gesundheitsatlas deutlich: In Regionen, die nach dem Deprivationsindex des Robert Koch-Instituts einen Mangel an materiellen und sozialen Ressourcen unter Berücksichtigung von Faktoren wie Einkommen, Beschäftigung oder Bildung aufweisen, gibt es auch überdurchschnittlich viele Typ-2-Diabetiker.

Bundesweit liegt der Anteil der Typ-2-Diabetiker in diesen ökonomisch und sozial benachteiligten Regionen Deutschlands bei 11,3 Prozent. In Regionen, die im Deutschlandvergleich die beste materielle und soziale Ausgangssituation haben, sind nur 7,0 Prozent Typ-2-Diabetiker zu finden.

Welche weiteren Faktoren gibt es für eine hohe Krankheitshäufigkeit?

Regionen mit vielen alten Menschen sind stärker von Diabetes betroffen als Gebiete mit einer jüngeren Bevölkerung. Zudem sind Menschen auf dem Land häufiger an Typ-2-Diabetes erkrankt als Bürger in städtischen Regionen.

Eine maßgebliche Rolle spielt dabei, dass in den ländlichen Regionen häufig eine ältere Bevölkerung mit einem höheren Erkrankungsrisiko anzutreffen ist. Vermutlich spielen auch weitere Faktoren eine Rolle, zum Beispiel das regionale Angebot an Sportanlagen und Grünflächen. Hier gibt es weiteren Forschungsbedarf. (Ebert-Rall)

Mehr zum Thema

Rückenschmerz

Frauen erhalten mehr Physiotherapie

Baden-Württemberg

Neuer AOK-Chef positioniert sich

Kommentare

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Newsletter bestellen »

Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte, Medizinstudenten, MFA und weitere Personengruppen viele Vorteile.

Die Anmeldung ist mit wenigen Klicks erledigt.

Jetzt anmelden / registrieren »

Top-Meldungen
RKI-Empfehlungen zum neuen Coronavirus

Das ist bei Verdachtsfällen zu tun

RKI-Empfehlungen zum neuen Coronavirus

Das sind die Anforderungen an Gesundheits-Apps

Verordnungsentwurf zu „App auf Rezept“

Das sind die Anforderungen an Gesundheits-Apps

Diese Website verwendet Cookies. Weitere Informationen zu Cookies und und insbesondere dazu, wie Sie deren Verwendung widersprechen können, finden Sie in unseren Datenschutzhinweisen.  Verstanden