Kooperation | In Kooperation mit: AOK-Bundesverband

Onkologie

Deutlicher Überlebensvorteil für Krebspatienten bei Behandlung in Zentren

Die Versorgung von Krebspatienten in zertifizierten Zentren sollte zum Standard werden, fordert die AOK mit Blick auf die WiZen-Studie.

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Eine Studie auf Basis von bundesweiten AOK-Abrechnungsdaten und Daten aus vier regionalen klinischen Krebsregistern belegt einen Überlebensvorteil für Krebspatienten, die in zertifizierten Zentren behandelt werden. Ihre Sterblichkeitsrate war bei allen acht untersuchten Krebserkrankungen niedriger als bei Patienten in Krankenhäusern, die nicht von der Deutschen Krebsgesellschaft zertifiziert waren.

Besonders groß war der Überlebensvorteil durch die Zentrenbehandlung bei Gebärmutterhalskrebs (minus 25,9 Prozent Sterblichkeit). Die Daten sind im Innovationsfonds-Projekt „Wirksamkeit der Versorgung in onkologischen Zentren“ (WiZen) ausgewertet worden.

Beeindruckende Zahlen

„In ihrer Deutlichkeit beeindruckend“, nannte die Vorstandsvorsitzende des AOK-Bundesverbandes, Dr. Carola Reimann, die Ergebnisse. Sie seien ein Handlungsauftrag an die Politik und die Akteure im Gesundheitswesen im Rahmen der anstehenden Krankenhaus-Strukturreform. „Es ist erforderlich, die Behandlung von Krebspatienten auf zertifizierte Zentren zu begrenzen“, so Reimann. Damit müsse man nicht warten.

Eine Konkretisierung der Versorgungsaufträge mit Ausschlusscharakter für „Nicht-Zentren“ sei auch ohne Gesetzesänderungen in Form einer Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) oder in den Krankenhausplänen der Länder möglich. Der Unparteiische Vorsitzende des G-BA, Josef Hecken, zeigte sich offen für entsprechende Regelungen durch den G-BA in Form einer Richtlinie nach Paragraf 136 SGB V.

Der G-BA könne beschließen, dass Kliniken nur noch bestimmte Krebsbehandlungen erbringen dürften, wenn sie die Zertifizierungskriterien erfüllten. Dafür brauche es aber einen Antrag und eine Mehrheit im Bundesausschuss. (PW)
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