Rückenschmerz

Frauen erhalten mehr Physiotherapie

Während zwei Drittel der Frauen mit Rückenschmerz eine Heilmittelverordnung erhalten, sind es bei den Männern nur rund 25 Prozent.

Veröffentlicht: 09.01.2020, 15:32 Uhr

Berlin. Frauen mit Rückenschmerzen bekommen deutlich häufiger Physiotherapie verordnet als Männer. Das ist ein Ergebnis des jüngst veröffentlichten Heilmittelberichts des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO). Demnach wurden knapp 300 je 1000 Patienten mit chronischen, unspezifischen Rückenschmerzen 2017 (jüngere Zahlen liegen nicht vor) mit physiotherapeutischen Maßnahmen behandelt. Von diesen insgesamt rund 1,3 Millionen Patienten waren mit 332 je 1000 Patientinnen knapp zwei Drittel Frauen. Von den Männern bekamen dem Bericht zufolge mit 246 je 1000 Patienten nur ein Viertel Physiotherapie verordnet. Das betraf, so geht aus der Auswertung weiter hervor, alle Altersgruppen.

Ein eher ausgeglichenes Bild zeigte sich dagegen bei der Behandlung von Rückenschmerzen mit Schmerzmitteln. Hier ergaben sich über alle Altersgruppen hinweg nur geringe Unterschiede in der Versorgungsrate zwischen männlichen (767 je 1000) und weiblichen (783 je 1000) Patienten. Auch wurde festgestellt, dass die Versorgungsrate mit dem Alter der Patienten ansteigt. Während in der Altersgruppe der 20- bis 24-Jährigen mit jeweils 621 je 1000 Patienten die wenigsten mindestens eine Verordnung aus den Klassen der nichtsteriodalen Antiphlogistika und Antirheumatika oder Opioide oder andere Analgetika und Antipyretika erhielten, waren es bei den Patienten ab 90 Jahren mit 892 je 1000 Männern und Frauen die meisten Patienten. Eine solche Zunahme mit dem Lebensalter wurde bei der Behandlung mit Physiotherapie nicht festgestellt.

Vielmehr nahm die Behandlungsrate bei den Frauen ab der Altersgruppe der 50- bis 54-Jährigen von 368 je 1000 Patientinnen auf 168 je 1000 bei Patientinnen ab einem Alter von 90 Jahren ab. Bei den Männern lag der Gipfel der Verordnungen mit 267 Physiotherapiepatienten je 1000 Rückenschmerzpatienten in der Altersgruppe der 75- bis 79-Jährigen, bei Älteren ging er auf eine Rate von 181 je 1000 Patienten zurück. (Ebert-Rall)

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