Versorgungsprogramm von AOK und Klinikum Magdeburg
Ganzheitlich gegen den Rückenschmerz
Rückenschmerzen zählen zu den häufigsten Gesundheitsproblemen in Deutschland. Um Betroffenen mit länger anhaltenden Beschwerden frühzeitig zu helfen, haben die AOK Sachsen-Anhalt und das Klinikum Magdeburg ein Versorgungsangebot entwickelt, das auf ganzheitliche Behandlung setzt.
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Rückenschonend heben: In der Therapie wird zum Beispiel der richtige Umgang mit schweren Lasten trainiert.
© Dirk Mahler / AOK Sachsen-Anhalt
Im Rückenzentrum des Klinikums Magdeburg sollen Patientinnen und Patienten mit länger bestehenden Rückenbeschwerden frühzeitig Unterstützung erhalten – möglichst bevor sich Schmerzen dauerhaft verfestigen. Ziel ist es, Beschwerden nachhaltig zu lindern und operative Eingriffe möglichst zu vermeiden.
„Rückenschmerzen gehören zu den häufigsten Gesundheitsproblemen“, sagt Corinna Beutel, Leiterin des Geschäftsbereichs Gesundheitsversorgung und Pflege bei der AOK Sachsen-Anhalt. Besonders hoch ist die Belastung im eigenen Bundesland: Laut Gesundheitsatlas der AOK litten 2023 knapp 36 Prozent der Menschen in Sachsen-Anhalt unter chronischen Rückenbeschwerden – der zweithöchste Wert bundesweit. Frauen sind mit fast 40 Prozent häufiger betroffen als Männer mit gut 32 Prozent.
Neben den individuellen Belastungen für die Betroffenen entstehen auch erhebliche Kosten für das Gesundheitssystem und durch Arbeitsausfälle. „Daher unterstützt die AOK ihre Versicherten mit lang anhaltenden Rückenschmerzen und bietet umfangreiche Angebote zur Vorbeugung und Behandlung“, so Beutel.
Gemeinsam mit dem Klinikum Magdeburg entwickelte die Gesundheitskasse das Versorgungsprogramm, das Ende 2024 gestartet ist. Der Ansatz: Beschwerden möglichst frühzeitig und interdisziplinär behandeln.
Interdisziplinäre Versorgung im Rückenzentrum
Am Klinikstandort Magdeburg-Olvenstedt wurde dafür ein spezialisiertes Rückenzentrum eingerichtet. Bundesweit existieren bislang nur wenige vergleichbare Einrichtungen. Rund 600.000 Euro investierte das Klinikum in moderne Therapieräume.
Dort arbeitet ein interdisziplinäres Team aus Ärzten, Psychologen, Physiotherapeuten und Schmerztherapeuten zusammen. Neben der medizinischen Behandlung spielt auch die Vermittlung von Wissen über Schmerz und Bewegung eine wichtige Rolle.
Die Teilnehmenden lernen Übungen und Strategien, mit denen sie ihre Beschwerden langfristig selbst beeinflussen können. Ziel ist es, Patientinnen und Patienten zu mehr Bewegung und Eigenaktivität im Alltag zu befähigen.
Der erste Schritt ist eine umfassende Untersuchung. In einem mehrstündigen Termin beurteilen Orthopädie, Schmerzmedizin, Physiotherapie und Psychologen gemeinsam die Situation der Patientinnen und Patienten. Auf dieser Grundlage wird eine individuelle Therapieempfehlung entwickelt.
Aktivierung statt Schonung
Wenn es medizinisch sinnvoll ist, folgt ein intensives Therapieprogramm: Über vier Wochen absolvieren die Teilnehmenden werktags rund fünf Stunden täglich ein körperliches und mentales Training. Körperliche Übungen werden dabei mit edukativen und psychologischen Elementen kombiniert. Anschließend folgt eine zehnwöchige Nachsorgephase, in der das Gelernte weiter gefestigt werden soll.

Im Theorieteil wird Wissen über Rückenschmerzen vermittelt, etwa zu deren Ursachen und zur Vorbeugung durch gezielten Muskelaufbau.
© Dirk Mahler / AOK Sachsen-Anhalt
Ein zentraler Bestandteil des Konzepts ist die Mitarbeit der Betroffenen. „Unser Ziel ist es, die Patientinnen und Patienten zu aktivieren“, sagt Elisabeth Röhrmann, Fachärztin für Orthopädie und Leiterin des Rückenzentrums. Auf dem Therapieplan stehen unter anderem Krankengymnastik, Alltagstraining, manuelle Therapie und Entspannungsübungen.
Darüber hinaus erhalten die Teilnehmenden Einblicke in die Zusammenhänge chronischer Schmerzen. Schulungen aus ärztlicher, psychologischer und physiotherapeutischer Perspektive sollen helfen, die eigene Erkrankung besser zu verstehen und aktiv mit Beschwerden umzugehen. Sollte eine Operation dennoch erforderlich sein, kann eine gezielte Nachbehandlung dazu beitragen, schneller wieder in den Alltag zurückzufinden.
Wer teilnehmen kann
Das Angebot richtet sich an erwachsene Versicherte der AOK Sachsen-Anhalt mit erhöhtem Risiko für eine Rückenoperation oder längere Arbeitsausfälle. Die Kosten der Behandlung übernimmt die AOK Sachsen-Anhalt.
Rückenschmerzen in Deutschland
Rund 32 Prozent der Bevölkerung in Deutschland litten 2023 laut Gesundheitsatlas des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) unter Rückenschmerzen.
Frauen waren mit über 34 Prozent häufiger betroffen als Männer mit mehr als 28 Prozent. Rückenschmerzen treten zudem häufiger in sozial benachteiligten und ländlichen Regionen sowie dort auf, wo viele Menschen mit Adipositas oder Depressionen leben.
Mehr Infos zum Rückenzentrum in Magdeburg unter
www.deine-gesundheitswelt.de/gesundheitsnews/rueckenzentrum-in-magdeburg.


