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Aktuelle Analyse

KHK – positiver Abwärtstrend

Fast acht Prozent weniger KHK-Betroffene in fünf Jahren, so lautet die Bilanz der aktuellen Ergebnisse des Gesundheitsatlas Deutschland. Doch längst nicht alle Regionen profitieren von dem Trend.

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Der Rückgang bei KHK hat auch etwas mit einer verbesserten medizinischen Behandlung der Risikofaktoren zu tun, so WIdO-Geschäftsführer Helmut Schröder.

Der Rückgang bei KHK hat auch etwas mit einer verbesserten medizinischen Behandlung der Risikofaktoren zu tun, so WIdO-Geschäftsführer Helmut Schröder.

© H_Ko / stock.adobe.com

Die aktuellen Ergebnisse des Gesundheitsatlas Deutschland des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) zeigen einen Rückgang der Zahl herzkranker Menschen in Deutschland. Der Analyse zufolge ist der Anteil der Menschen ab 30 Jahren mit einer koronaren Herzkrankheit (KHK) zwischen 2017 und 2022 um knapp acht Prozent gesunken. Insgesamt waren 2022 etwa 4,74 Millionen Menschen betroffen. Dies entspricht einem Anteil von 8,08 Prozent der Bevölkerung ab dem 30. Lebensjahr.

Zum Vergleich: 2017 waren es noch 8,43 Prozent (4,85 Millionen Erkrankte). Damit hat sich die Zahl der Patientinnen und Patienten mit einer KHK in den vergangenen fünf Jahren um etwa 108.000 Personen reduziert (minus 7,8 Prozent). Helmut Schröder, Geschäftsführer des WIdO, sagte: „Der positive Trend dürfte mit Lebensstiländerungen wie dem zunehmenden Rauchverzicht und einer verbesserten medizinischen Behandlung der Risikofaktoren für eine koronare Herzkrankheit zusammenhängen.“

Mehr Erkrankte im Osten

Überdurchschnittlich hohe Krankheitsraten registrierten die Wissenschaftler im Osten Deutschlands – an der Spitze: Sachsen-Anhalt. Dort betrug der Anteil der KHK-Erkrankten an der Bevölkerung 2022 rund 12,2 Prozent. Thüringen folgt auf Platz 2 mit 10,5 Prozent. Dagegen lag der Anteil in Hamburg, dem Land mit der niedrigsten Erkrankungsrate, bei 6,01 Prozent – nur halb so hoch wie in Sachsen-Anhalt. Allerdings hat sich im Vergleich zu 2017 die Spanne zwischen hoher Betroffenheit im Osten und einer geringeren Prävalenz in den westlichen Bundesländern leicht verringert.

Der AOK-Gesundheitsatlas macht die Prävalenz der dargestellten Erkrankungen auch auf Ebene der 400 Kreise und kreisfreien Städte transparent. So zeigt die Auswertung, dass in Frankfurt am Main (5,28 Prozent) und im bayerischen Freising (5,35 Prozent) die wenigsten Patienten mit koronarer Herzkrankheit leben. Am stärksten betroffen sind der Landkreis Anhalt-Bitterfeld mit 15,0 Prozent und der Salzlandkreis mit 14,3 Prozent (beide Sachsen-Anhalt).

KHK – positiver Abwärtstrend

© [M] agrus / Stock.Adobe.com, Quelle: WIdO 2024, Grafik: Springer Medizin Verlag

KHK korreliert mit Diabetesraten

In allen Altersgruppen erkranken mehr Männer als Frauen. So waren beispielsweise in der Gruppe der 85- bis 89-Jährigen 39,8 Prozent der Männer, aber nur 25,7 Prozent der Frauen betroffen. Insgesamt litten 2022 etwa 10,05 Prozent der Männer und 6,24 Prozent der Frauen unter KHK.

Der Gesundheitsatlas Deutschland zeigt, dass in Regionen mit einem hohen Diabetesanteil auch mehr Patienten mit KHK leben. Gleichzeitig verzeichnen die Wissenschaftler bundesweit eine leichte Zunahme von Diabeteserkrankungen. So stieg der Anteil der Patienten mit Diabetes mellitus Typ 2 an der Gesamtbevölkerung von 10,5 Prozent im Jahr 2017 auf 11,1 Prozent 2022 (plus 1,9 Prozent). WIdO-Chef Schröder sieht deshalb trotz positiver Entwicklung beim Thema KHK keinen Grund zur Entwarnung. In den Daten sehe man „negative Entwicklungen bei Erkrankungen wie beispielsweise Typ-2-Diabetes, die als wichtige Risikofaktoren für die Entwicklung einer koronaren Herzkrankheit gelten.“

Auch bei einem weiteren KHK-Risikofaktor wurde ein Anstieg sichtbar: Bluthochdruck. Hier wuchs der Anteil der betroffenen Menschen an der Gesamtbevölkerung von 28,7 Prozent (2017) auf 30,0 Prozent (2022). Ein Plus von 1,6 Prozent.

Zu den 24 Erkrankungen im Gesundheitsatlas Deutschland gehören neben der koronaren Herzkrankheit auch weitere Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkt oder die Herzinsuffizienz. Zudem sind Daten zu psychischen Erkrankungen, Krebserkrankungen, Stoffwechselerkrankungen, neurologischen Krankheiten wie Demenz und Parkinson sowie zu Atemwegserkrankungen und Muskel-SkelettErkrankungen dargestellt. Die epidemiologischen Kennzahlen basieren auf Routinedaten der AOK und wurden mit einem statistischen Verfahren auf die gesamte Wohnbevölkerung in den Regionen hochgerechnet. (fb)

Der Gesundheitsatlas ist abrufbar unter: https://www.gesundheitsatlas-deutschland.de/

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