Kongress

„Neuer Anlauf“ bei Perinatalzentren

Die Mindestmengen standen auch beim 13. Nationalen Qualitätskongress Gesundheit in Berlin im Fokus. GBA-Chef Hecken kündigte einen „neuen Anlauf“ bei den Vorgaben für Frühgeborene an.

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Berlin. „Die Diskussion um Mindestmengen und Qualität ist eine der verlogensten Debatten, die es gibt“, sagte der Unparteiische Vorsitzende des Gemeinsamen Bundesausschusses (GBA), Josef Hecken, in der Eröffnungsveranstaltung zum Nationalen Qualitätskongress am 12. Dezember. „Sobald ein Krankenhaus mit geringer Auslastung geschlossen werden soll, ziehen die Politiker zu dieser Hütte und ketten sich daran“, so Hecken.

Zugleich kritisierte er, dass die bestehenden Mindestmengen viel zu niedrig seien. Sie müssten auf ein „vernünftiges Maß hochgeschraubt“ werden, um die Behandlungsqualität, aber auch den wirtschaftlichen Betrieb von Krankenhäusern zu sichern. Hecken sagte, der GBA denke aktuell über einen „neuen Anlauf“ bei den Mindestmengen für Perinatalzentren nach, um Versorgungsprobleme bei der pflegerischen Versorgung von Frühgeborenen mit besonders geringem Geburtsgewicht in den Griff zu bekommen.

AOK-Vorstand Martin Litsch sprach sich auf dem Kongress dafür aus, die Mindestmengen auf weitere Indikationen auszuweiten. „Das ist dringend notwendig, um Gelegenheitschirurgie zu unterbinden und die Qualität zu verbessern“, so Litsch. Gerald Gaß, Präsident der Deutschen Krankenhausgesellschaft, betonte, auch die DKG stehe zu den Mindestmengen. Das Finanzierungssystem zwinge kleine Häuser aber, bestimmte Operationen durchzuführen. Gaß forderte, der Strukturwandel im Klinikbereich müsse geplant verlaufen und dürfe kein „kalter Strukturwandel“ über Insolvenzen sein. (Willenborg)

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