Verordnung

Polymedikation regional sehr unterschiedlich

Rheinland-Pfalz und NRW stehen in Sachen Polymedikation bei Pflegebedürftigen an der Spitze.

Veröffentlicht:

BERLIN. Polymedikation bei Pflegebedürftigen ist zwar ein bundesweit relativ einheitliches Problem, doch erhalten Pflegebedürftige im Nordosten Deutschlands etwas seltener fünf oder mehr unterschiedliche Wirkstoffe pro Quartal verordnet. Das geht aus dem Pflege-Report 2017 des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) hervor.

Am seltensten bekommen Pflegebedürftige in Brandenburg (53,1 Prozent), Sachsen-Anhalt (54,2 Prozent) und Berlin (54,8 Prozent) fünf oder mehr Wirkstoffe, am häufigsten in Rheinland-Pfalz mit 62,2 Prozent und Nordrhein-Westfalen mit 61,9 Prozent verordnet. Deutlicher fallen die regionalen Unterschiede bei den Verordnungen von sogenannten Priscus-Arzneimitteln aus. Während nur 12,9 Prozent der Pflegebedürftigen in Sachsen-Anhalt ein laut der Liste für ältere Patienten potenziell ungeeignetes Arzneimittel erhalten, sind es im Saarland 22,4 Prozent.

Insgesamt weisen die ostdeutschen Bundesländer mit Ausnahme von Mecklenburg-Vorpommern eine deutlich unterproportionale Verordnungsrate von Priscus-Arzneimitteln auf, heißt es in einem Beitrag von Mitherausgeberin Dr. Antje Schwinger, Dr. Kathrin Jürchott und Chrysanthi Tsiasioti. Die weitaus meisten Verordnungen fallen den Untersuchungen zufolge in den Wirkstoffbereich der Psychopharmaka. So erhält etwa jeder fünfte Pflegebedürftige über 65 Jahre ein Antidepressivum – wiederum rund jeder Fünfte hiervon ein auf der Priscus-Liste aufgeführtes. (Ebert-Rall)

Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Das war der Tag: Der tägliche Nachrichtenüberblick mit den neuesten Infos aus Gesundheitspolitik, Medizin, Beruf und Praxis-/Klinikalltag.

Eil-Meldungen: Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Eine neue Leitlinie, die Ende diesen Jahres veröffentlicht werden soll, soll Ärzten und Ärztinnen in der hausärztlichen Versorgung helfen, Patienten und Patientinnen zur Vitamin-D-Substitution adäquat zu beraten.

© irissca / stock.adobe.com

32. Jahreskongress der SGAM

Empfehlungen zur Vitamin-D-Substitution: Neue Leitlinie angekündigt

Lita Aeder von der Abteilung für Pädiatrie des Brookdale Hospital in Brooklyn und Mitarbeiter resümieren, dass die überwältigende Mehrheit der Brustschmerzen im pädiatrischen Umfeld benigne Ursachen hat. Gleichwohl mahnen sie zu sorgfältiger Untersuchung. Denn mögen kardiale Ursachen auch selten sein, von vornherein auszuschließen sind sie nicht.

© Satjawat / stock.adobe.com

Häufig muskuloskeletale Ursache

Kinder mit Brustschmerz: Das Herz ist es nur selten