Arztnetze

QuATRo – Individuelles Feedback zur Versorgungsqualität

Die Qualität von Arztnetzen im QuATRo-Projekt wird mithilfe eines Indikatorenkatalogs gemessen. Dieser wird ständig weiterentwickelt.

Von Taina Ebert-Rall Veröffentlicht:

BERLIN. Das AOK-Projekt „Qualität in Arztnetzen – Transparenz mit Routinedaten“ (QuATRo) ermöglicht Arztnetzen einen Vergleich der eigenen Arbeit mit der von Kolleginnen und Kollegen in anderen Netzen auf regionaler und bundesweiter Ebene. Das schafft Transparenz und trägt dazu bei, miteinander ins Gespräch zu kommen und so die medizinische Versorgung der Patienten weiter zu verbessern. Die methodische Grundlage für QuATRo liefert das Qualitätsindikatorensystem für die ambulante Versorgung (QISA).

Das in QuATRo verwendete Indikatoren-Set wird in enger Zusammenarbeit zwischen den beteiligten AOKs und den Arztnetzen ständig weiterentwickelt. Bisher fließen 57 Indikatoren in die Analyse ein, die verschiedene Aspekte der Qualität abbilden. Das Set beinhaltet indikationsspezifische Werte für Diabetes mellitus Typ 2, koronare Herzkrankheit, Herzinsuffizienz, Bluthochdruck, COPD, Asthma, Rückenschmerz und Depression sowie indikationsübergreifend zur Pharmakotherapie und zum Thema Prävention. Noch in diesem Jahr werden weitere Indikatoren aus den Bereichen Asthma und Pharmakotherapie hinzukommen.

33 Arztnetze in acht Bundesländern beteiligen sich aktuell am QuATRo-Projekt der AOK.

Im Rahmen von QuATRo erhalten Ärzte unter anderem individuelle Feedback-Berichte mit den Ergebnissen ihrer Praxis, die sie für ihre Qualitätsarbeit nutzen können. Die Netze haben keinen zusätzlichen Dokumentationsaufwand, weil bei den Auswertungen auf vorliegende AOK-Abrechnungsdaten zurückgegriffen wird.

Aktuell beteiligen sich 33 Arztnetze in acht Bundesländern am QuATRo-Projekt der AOK, das 2013 gestartet und seitdem ständig gewachsen ist. Erstmals wurden nun an dem Projekt teilnehmende Arztnetze für die besondere Qualität der medizinischen Versorgung im Rahmen von QuATRo in einem dreistufigen Auszeichnungsverfahren geehrt. Die Auszeichnungen erfolgten auf Basis der Auswertung von bundesweiten Vergleichsdaten aus allen beteiligten Netzen (siehe auch Beitrag oben).

So wurden von der AOK Bayern die Arztnetze „Unternehmung Gesundheit Hochfranken“ in Hof, „Gesundheitsnetz Franken-Jura“ in Altdorf bei Nürnberg sowie das Regensburger Ärztenetz für ihr überdurchschnittliches Abschneiden mit dem „Prädikat Silber“ ausgezeichnet. „Silber“ erhielten von der AOK Nordost zudem das Praxisnetz Neukölln/Tempelhof e.V., das Arztnetz City Nord und das Gesundheitsnetz Charlottenburg-Wilmersdorf in Berlin, das Gesundheitsnetz HaffNet in der Region Vorpommern-Greifswald sowie das Gesundheitsnetz Medifair in Neuruppin.

Eine Auszeichnung der Basisstufe gab es darüber hinaus für das Gesundheitsnetz Qualität und Effizienz – QuE in Nürnberg, die Münchner Ärzte Gesundheit und mehr eG, das Unternehmen Gesundheit Oberpfalz Mitte in Amberg, donauMED in Straubing, das Praxisnetz Nürnberg Süd – PNS, Unternehmung Gesundheit Franken in Forchheim, Praxisnetz Nordost e.V., Gesundheitsnetz Südost, Praxisnetz Reinickendorf e.V. und das Gesundheitsnetz MEDIS in Berlin sowie von der AOK Rheinland/Hamburg für solimed – Unternehmen Gesundheit in Solingen.

Lesen Sie dazu auch: Arztnetze: Gute Versorgung und ein Kummertelefon

Mehr zum Thema

Gewichtsreduktion

Adipositas im Fokus: Angebote der AOKs

Kooperation | In Kooperation mit: AOK-Bundesverband

Konservative Behandlung

Adipositas-Therapie ohne Eingriff

Kooperation | In Kooperation mit: AOK-Bundesverband

Antibiotika-Resistenzen nachhaltig abwenden

ARena – ein IV-Projekt für die Regelversorgung

Kooperation | In Kooperation mit: AOK-Bundesverband
Kommentare
Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Jetzt anmelden »Kostenlos registrieren »

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

» kostenlos und direkt in Ihr Postfach

Am Morgen: Ihr individueller Themenmix

Zum Feierabend: das tagesaktuelle Telegramm

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Nach ersten Kassen-Daten zu den Langzeitfolgen einer Corona-Erkrankung waren COVID-19-Patienten, die im Krankenhaus beatmet werden mussten, anschließend durchschnittlich 190 Tage lang krankgeschrieben.

© © nmann77 / Fotolia

Neue Studie der Techniker

Erst Corona, dann Long-COVID, anschließend lange AU