Elektrotechnik

Siemens BKK erstellt Ergonomielandkarte

Als eine der größten Betriebskrankenkassen hat die SBK ein breites Programm zum betrieblichen Gesundheit-Management entwickelt.

Helmut LaschetVon Helmut Laschet Veröffentlicht:
Auch in der Elektronikindustrie herrschen gesundheitliche Gefahren am Arbeitsplatz. Ein Auszubildender bei ABB.

Auch in der Elektronikindustrie herrschen gesundheitliche Gefahren am Arbeitsplatz. Ein Auszubildender bei ABB.

© picture alliance / SZ Photo

„Physio vor Ort“, „Living Ergonomics“ oder auch „BGM innovativ“ nennt die Siemens BKK (SBK) ihre Leuchtturmprojekte zum betrieblichen Gesundheitsmanagement, die in den letzten Jahren gestartet worden sind, deren Potenziale aber noch lange nicht erschöpft sind.

Beispiel „Living Ergonomics“: Gestartet wurde dieses Programm für die ABB AG, die bundesweit rund 10.000 Mitarbeiter beschäftigt an den Standorten Bad Berleburg und Heidelberg.

Zielgruppen sind die gewerblichen Mitarbeiter in der Produktion, bei denen eine überdurchschnittliche Betroffenheit von Muskel- und Skeletterkrankungen festgestellt wurde – mit dem Alter steigend.

Das Ziel ist eine „umfassende Optimierung der Belastungssituation der Mitarbeiter durch verhaltens- und verhältnispräventiver Maßnahmen“ und langfristig die Senkung der Ausfallzeiten.

Eine Betriebsbegehung bildet die Grundlage für den weiteren Projektverlauf. Dabei erfolgt eine Einschätzung der körperlichen Belastung der Mitarbeiter durch ergonomische Arbeitsplatzverhältnisse und durch individuelles Verhalten in unterschiedlichen Tätigkeitsbereichen.

Erste Erfolge bei „Physio vor Ort“

Die Bestandsaufnahme mündet in eine „Ergonomielandkarte“, in der körperliche Belastungen in den einzelnen Tätigkeitsbereichen je nach Ausmaß der Belastung rot, gelb oder grün dokumentiert werden. Das zeigt, welche Tätigkeiten für welche Körperregionen kritisch sind.

Daraus können Instrumente für den Arbeitsschutz und Programme etwa zur Wiedereingliederung entwickelt werden. Darauf abgestimmt können individuelle Verhaltenstrainings abgeleitet werden, wobei derzeit noch offen ist, wie viele Trainingseinheiten je Mitarbeiter umgesetzt werden sollen.

Die Ziele: rückengerechte Bewegungsausführung im Arbeitsalltag, Erlernen von Ausgleichsübungen, Motivation zur Verhaltensänderung. Aber auch eine Umgestaltung von Arbeitsplätzen und -abläufen kann die Konsequenz sein. Eingeschlossen werden dabei auch ältere vorbelastete und erkrankte Mitarbeiter.

Das noch junge Programm soll sukzessive erweitert werden. Erwogen wird, die Maßnahmen wissenschaftlich zu begleiten. Eine erste Evaluation des Programms „Physio vor Ort“, das die SBK am Siemens-Standort Traunreuth eingeführt hat, zeigt Erfolge: 96 Prozent der zu drei Vierteln weiblichen Teilnehmer berichteten über weniger Schmerzen.

57 Prozent sind körperlich aktiver geworden, 89 Prozent geben an, Rückübungen zu kennen und regelmäßig durchzuführen. Vor der Teilnahme am Programm waren es elf Prozent.

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