PREP

Verordnung steht allen Ärzten offen

Ohne Monitoring geht es bei der PrEP-Verordnung nicht, so dagnä-Vorstandssprecher und Allgemeinarzt Dr. Axel Baumgarten.

Veröffentlicht: 30.08.2019, 05:00 Uhr

Welche Ärzte können PrEP verschreiben?

Dr. Axel Baumgarten: Hier gibt es keine Beschränkung auf eine bestimmte Facharztgruppe. Alle Allgemeinmediziner, Internisten, Dermatologen, die sich mit Infektiologie auskennen, sind erst einmal geeignete Ansprechpartner. Experten auf diesem Gebiet sind im Verband der Infektiologen (dagnä) organisiert. In der Regel kommen Betroffene aber ohnehin in Zentren, die auf die Behandlung von Infektionserkrankungen spezialisiert sind. Wichtig ist einfach, dass der Arzt oder die Ärztin auch mit dem Nebenwirkungsprofil des HIV-Medikaments vertraut ist.

Welche Nebenwirkungen können dabei auftreten?

Kopfschmerzen, Durchfall oder Übelkeit können Nebenwirkungen sein. Ebenso Bauch- und Gelenkschmerzen. Manche Klienten klagen auch über Müdigkeit oder Schlafstörungen. In seltenen Fällen kann es auch zu schwereren Nebenwirkungen oder gesundheitlichen Problemen kommen, wie zum Beispiel zu einer Verschlechterung der Nierenwerte.

Was empfehlen Sie den Betroffenen dann?

Sollten Nebenwirkungen auftreten, empfiehlt es sich, das Einnahmeprozedere mit seinem Arzt zu besprechen. Allerdings müssen regelmäßige Kontrollen wie die Überwachung der Nierenwerte durchgeführt werden; das Monitoring gehört mit zur PrEP-Leitlinie. Generell lässt sich sagen, dass das Medikament seit vielen Jahren zur Behandlung von HIV eingesetzt wird. Entsprechend groß sind die gesammelten Erfahrungen, auch in der Langzeitwirkung.

Die dagnä engagiert sich auch in der Forschung. Welches sind die jüngsten Ergebnisse zu PrEP?

Zuletzt haben wir als dagnä eine Kosteneffektivitätsstudie mit den Universitäten Rotterdam und Duisburg-Essen durchgeführt. Nach deren Ergebnis können durch die PrEP bis 2030 geschätzt 8900 HIV-Infektionen in Deutschland verhindert werden. (Ebert-Rall)

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