Neue Initiative

Wer hat die besten Präventionsideen?

Prävention hat ein Umsetzungsproblem. Die Initiative „Gesundheitsvorsorge der Zukunft“ will das ändern.

Veröffentlicht: 14.06.2019, 09:21 Uhr
Wer hat die besten Präventionsideen?

Auftakt beim Hauptstadtkongress 2019 für die gemeinsame Initiative "Gesundheitsvorsorge der Zukunft" von Springer Medizin und Pfizer: Dr. med. Olivier Flückiger (Head of Health & Value Germany, Pfizer), Prof. Reinhard Busse (TU Berlin Fachbereich Management im Gesundheitswesen), Denis Nößler (Stellv. Chefredakteur und Nachrichtenchef, Ärzte Zeitung), Wolfgang van den Bergh (Chefredakteur Ärzte Zeitung, Director News & Politics Springer Medizin) und Aylin Tüzel (Vaccines Lead Germany, Pfizer).

© Stephanie Pillick

BERLIN. Rund fünf bis sechs Milliarden Euro geben die Krankenkassen jedes Jahr für Prävention und Früherkennung aus. Seit 2015 gibt es ein Präventionsgesetz, das den politischen Willen, mehr für die Gesundheitsvorsorge zu tun, unterstreicht. Trotzdem sei Deutschland in Sachen Prävention im internationalen Vergleich alles andere als führend, sagt Professor Reinhard Busse vom Fachbereich Management im Gesundheitswesen der TU Berlin.

Busse, einer der führenden Versorgungsforscher in Deutschland, ist wissenschaftlicher Leiter des Projekts „Gesundheitsvorsorge der Zukunft“, das der Springer Medizin Verlag, zu dem die „Ärzte Zeitung“ gehört, gemeinsam mit Pfizer initiiert hat. Der Startschuss fiel beim Hauptstadtkongress Ende Mai. Ab sofort sind die Leser der „Ärzte Zeitung“ und alle Interessierten aufgerufen, konkrete Ideen und Konzepte für eine bessere Prävention in Deutschland beizusteuern.

In den kommenden zwölf Monaten werden die Ideen in Beiträgen, Berichten und Veranstaltungen aufgegriffen. „Unser Ziel ist, die Politik dazu zu bewegen, nicht nur fromme Wünsche ins Gesetz zu schreiben, sondern für Nachhaltigkeit zu sorgen.

Wir brauchen ein völlig neues Verständnis von Prävention und Gesundheitsvorsorge“, sagt Wolfgang van den Bergh, Chefredakteur der „Ärzte Zeitung“. Gesucht sind Ansätze für eine bessere Gesundheitsvorsorge, die das gesamte Spektrum erfassen, von Verhältnis- bis Tertiärprävention, von Impfung bis Früherkennung.

Die Politik soll für den Handlungsbedarf bei der Gesundheitsvorsorge sensibilisiert werden. „Wir müssen erreichen, dass Prävention und Vorsorge bei allen politischen Entscheidungen im Sinne von ‚Health in all Policies‘ mitgedacht werden“, so Busse.

Für Dr. Oliver Flückiger, Head of Health & Value bei Pfizer Deutschland, wird Prävention wesentlich dazu beitragen, dass die Gesundheitssysteme auch in Zukunft medizinische Innovationen ohne Verzögerung zur Verfügung stellen können: „Prävention und Früherkennung sollten höchste Priorität haben“, so Flückiger in Berlin. (gvg)

Machen Sie mit!

Wie soll die Gesundheitsvorsorge der Zukunft aussehen? Ihre Ideen und Meinungen sind gefragt. In den kommenden zwölf Monaten werden wir sie in umfangreichen Berichten und Veranstaltungen aufgreifen: meinbeitrag@vorsorge-zukunft.de

Mit Ihrer Einreichung stimmen Sie der Veröffentlichung zu.

Kommentare
Prof. Dr. Hermann Liebermeister

Nur die Verhältnis-Prävention erreicht alle sozialen Klassen

Die vielen gut gemeinten Präventionsanstrengungen sind bisher an den Hauptbetroffenen, den unteren Sozialschichten, vorbei gelaufen.
Deswegen sollten wir weniger die Aufklärung forcieren, sondern die Adipositas fördernden Bedingungen in unserer Umwelt abschwächen, wie das die WHO schon seit 1997 fordert, weil sie erkannt hat, wie bescheiden unsere konservativen Behandlungserfolge ausfallen und welche geringe Erfolge mit gemeindezentrierten gut geplanten Vorsorgemaßnahmen zu erzielen waren. Listen der geeigneten Maßnahmen habe ich Ihnen bereits in früheren Kommentaren zugesandt. Sonst: HL: Adipositas, Dtsch. Ärzteverlag, 2002, P. 208-209.

Prof. Dr. Hermann Liebermeister

Mit unseren klassischen Präventionsbemühungen erreichen wir fast nur die mittleren und oberen Sozialklassen.

Deswegen müsst der Akzent auf der Verhältnis-Prävention, d. h. der Schaffung gesundheitsfördernder Umweltbedingungen für alle liegen. In Frage kommen beispielsweise: Fahrradwege, mehr öffentlich zugängliche Sportanlagen, Ampelkennzeichnung der Lebensmittel, Schulhöfe nachmittags für Sport und Spiel öffnen, Kantinenessen verbessern, gesund lebende Sportler in den Medien stärker herausstellen, bei Bonuspunkten statt "Fresskörben" Gutscheine für Fitness-Zentner und Tennisplätze, Subvention geeigneter Nahrungsmittel wie Gemüse, Obst und Fisch, weniger Schulbusse (und Aufzüge), keine Auslage von kalorienreichen Snacks in Kindergriffhöhe u.a.m.


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