Direkt zum Inhaltsbereich

27 Krebsarten in der Analyse

Gesund leben, Krebsrisiko senken: Studie untermauert Zusammenhang

Ein gesunder Lebensstil kann das Krebsrisiko senken. Forschende des DKFZ bestätigen diesen Zusammenhang über ein breites Spektrum von Krebsarten hinweg. Sie liefern auch Erkenntnisse zu selteneren und weniger untersuchten Tumorarten.

Veröffentlicht:
Zwei ältere Menschen joggen am Strand.

Eine Kombination aus körperlicher Aktivität und vier weiteren Lebensstilfaktoren geht mit einem geringeren Krebsrisiko einher.

© Ingram Publishing / Thinkstock.com

Nicht rauchen, ein gesundes Körpergewicht, ausreichend Bewegung, eine ausgewogene Ernährung und höchstens ein moderater Alkoholkonsum gelten bekanntlich seit Langem als wichtige Bausteine eines gesundheitsförderlichen Lebensstils. Mehrere Untersuchungen haben bereits gezeigt, dass einzelne dieser Faktoren mit dem Risiko für bestimmte Krebsarten zusammenhängen.

Weniger gut untersucht war bislang jedoch, wie sich die Kombination dieser Verhaltensweisen auf ein breites Spektrum verschiedener – darunter auch seltenerer – Krebsarten auswirkt.

Für die aktuelle Studie werteten die Forschenden aus dem Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) die Daten von 287.745 Teilnehmerinnen und Teilnehmern der britischen UK Biobank aus, die zu Beginn der Untersuchung nicht an Krebs erkrankt waren. Während einer mittleren Beobachtungszeit von 11,5 Jahren erhielten 12.947 von ihnen eine Krebsdiagnose (Br J Cancer 2026; online 15. September).

Fünf Faktoren für einen gesunden Lebensstil

Um den Lebensstil vergleichbar zu machen, berücksichtigte das Forschungsteam fünf Faktoren:

  • Rauchverhalten,
  • Alkoholkonsum,
  • Ernährung,
  • körperliche Aktivität und
  • Körpergewicht.

Für jedes als gesund eingestufte Verhalten wurde ein Punkt vergeben. Daraus entstand ein Lebensstil-Score zwischen null und fünf Punkten.

In der Hauptanalyse wurden Personen mit vier oder fünf Punkten mit Menschen verglichen, die keinen oder nur einen Punkt erreichten.

Seltener Krebs bei gesundem Lebensstil

Das Ergebnis: Menschen mit einem hohen Lebensstil-Score hatten ein um 29 Prozent niedrigeres Risiko, im Beobachtungszeitraum an Krebs zu erkranken, als Menschen mit einem niedrigen Score.

Bei 13 der 27 einzeln untersuchten Krebsarten zeigte sich ein statistisch signifikanter Zusammenhang zwischen einem gesünderen Lebensstil und einem geringeren Erkrankungsrisiko.

Dazu gehörten unter anderem Lungen-, Darm-, Magen-, Leber-, Bauchspeicheldrüsen-, Nieren- und Blasenkrebs sowie Brustkrebs nach den Wechseljahren.

Lesen sie auch

Studie weitet Evidenz auf seltenere Krebsarten aus

Viele dieser Ergebnisse bestätigen frühere Untersuchungen, in denen für verschiedene Krebsarten bereits vergleichbare Zusammenhänge beschrieben wurden.

„Wir belegen die Zusammenhänge zwischen Lebensstil und Erkrankungsrisiko jedoch auch für einige seltenere Krebsarten, für die bislang deutlich weniger Daten vorlagen“, sagt Studienleiter Michael Hoffmeister vom DKFZ.

„So ist beispielsweise das Weichteilsarkom eine relativ seltene Krebsart, dessen Zusammenhang mit einem insgesamt gesunden Lebensstil bisher nur wenig untersucht wurde“, ergänzt Jie Ding, Erstautorin der Studie.

Rauchen und Übergewicht fallen besonders ins Gewicht

Besonders deutlich zeigte sich erneut die Bedeutung von Rauchen und Übergewicht für die Krebsprävention. Rauchen war mit zwölf der untersuchten Krebsarten statistisch bedeutsam assoziiert, Übergewicht mit zehn. Die übrigen untersuchten Lebensstilfaktoren waren mit weniger Krebsarten verbunden.

Die Forschenden schätzten außerdem, welcher Anteil der Krebsfälle in der untersuchten Bevölkerung statistisch darauf zurückzuführen sind, dass die fünf Empfehlungen für einen gesunden Lebensstil nicht vollständig eingehalten wurden (bevölkerungsbezogener zurechenbarer Anteil, PAF).

Besonders hoch waren die Schätzungen bei Kehlkopfkrebs mit rund 66 Prozent, Lungenkrebs mit rund 52 Prozent und Rachenkrebs mit rund 30 Prozent. Auch für Speiseröhren-, Magen-, Bauchspeicheldrüsen-, Leber- und Darmkrebs ergaben sich relevante Anteile.

„Die Stärke der aktuellen Arbeit liegt darin, dass sie bestehende Erkenntnisse innerhalb einer sehr großen Studienpopulation umfassend und einheitlich bestätigt“, sagt Michael Hoffmeister.

Die Ergebnisse dieser Beobachtungsstudie unterstreichen damit eine ermutigende Botschaft für die Krebsprävention: Ein gesunder Lebensstil steht in Zusammenhang mit einem niedrigeren Risiko zahlreicher Krebsarten. (eb)

Lesen sie auch
Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren
Welche Rolle spielt Zink?

© Tondone | AdobeStock

Immunsystem unterstützen:

Welche Rolle spielt Zink?

Anzeige | Wörwag Pharma GmbH & Co. KG
Impf- und Zinkstatus im Blick

© Wörwag Pharma | KI-generiert

Bei Risikogruppen:

Impf- und Zinkstatus im Blick

Anzeige | Wörwag Pharma GmbH & Co. KG
Wann die Zinkversorgung knapp werden könnte

© artemidovna | AdobeStock

Ernährungsfallen:

Wann die Zinkversorgung knapp werden könnte

Anzeige | Wörwag Pharma GmbH & Co. KG
Vitamin-B12-Mangel frühzeitig behandeln!

© Aleksandr | colourbox.de

Fatal verkannt

Vitamin-B12-Mangel frühzeitig behandeln!

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
Aktuelle Empfehlungen für die Praxis

© polkadot - stock.adobe.com

Vitamin-B12-Mangel

Aktuelle Empfehlungen für die Praxis

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
B12-Mangel durch PPI & Metformin

© Pixel-Shot - stock.adobe.com

Achtung Vitamin-Falle

B12-Mangel durch PPI & Metformin

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
Kommentare
Claus F. Dieterle 14.10.202622:15 Uhr

Ja, ich achte auf einen gesunden Lebensstil und als Christ berufe ich mich auf die Verheißung in Psalm 92, 15

"Und wenn sie auch alt werden,
werden sie dennoch blühen,
fruchtbar und frisch sein".

Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Studie MajesTEC-3: progressionsfreies Überlebenc

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [2]

Neue Therapieoption beim rezidivierten oder refraktären Multiplen Myelom (RRMM)

Teclistamab-Daratumumab erzielt bislang unerreichten PFS-Vorteil bei RRMM ab dem 1. Rezidiv

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Janssen-Cilag GmbH, a Johnson & Johnson company, Neuss
Abb. 1: MATTERHORN-Regime beim GC/GEJC: ereignisfreies Überleben (EFS)

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [10]

Perioperativ behandeln – kurativ denken

Durvalumab-basierte Therapie bei drei Tumorentitäten

Sonderbericht | Beauftragt und finanziert durch: AstraZeneca GmbH, Hamburg
Vorteile des Logins

Mit unserem kostenloses Login erhalten Ärztinnen und Ärzte, Medizinstudierende sowie Fachkräfte im Gesundheitswesen vollen Zugriff auf unsere medizinischen und praxisrelevanten Inhalte.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Lesetipps
Eine schwangere Frau hält sich die rechte Bauchseite und telefoniert.

© T Mdlungu/peopleimages.com / Stock.adobe.com

Kasuistik

Schwangere mit akutem Abdomen: Der Blinddarm war es diesmal nicht

Bluttest

© NiDerLander / stock.adobe.com

Demenz erkennen

Neuer Ansatz für eine Alzheimer-Diagnostik mittels Bluttests