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Dornwarzen

Needling nicht besser als Kürettage

Was das sogenannte Needling bei Plantarwarzen bringt, hat ein Team aus Großbritannien in einer randomisierten Studie untersucht. Das Ergebnis ist ernüchternd: Die Methode war nicht effektiver als eine simple Kürettage.

Von Dr. Elke Oberhofer Veröffentlicht:
Warze: Beim Needling wird mit einer Hohlnadel tief in das verhornende Gewebe gestochen.

Warze: Beim Needling wird mit einer Hohlnadel tief in das verhornende Gewebe gestochen.

© ArveBettum/Getty Images/iStock

SALFORD. Dornwarzen an der Fußsohle tun weh, sind unschön und auch noch ansteckend. Wer sie loswerden will, muss in der Regel viel Geduld aufbringen. Die herkömmlichen Salizylsäurepräparate zeigen oft erst nach wochen- oder gar monatelanger Anwendung Erfolg, der dann oft nicht von Dauer ist, und auch bei der Kryotherapie kann man langfristig für nichts garantieren. So nimmt es nicht wunder, dass immer wieder alternative Methoden probiert werden – allerdings meist mit bescheidenem Ergebnis.

In diese Rubrik fällt offenbar auch das sogenannte Needling. Dieses funktioniert im Fall der Warzenbehandlung so: Mit einer Hohlnadel wird wiederholt in das verhornte Gewebe gestochen, und zwar so tief, dass das Instrument bis in die darunterliegende Dermis und ins subkutane Fettgewebe vordringt. Dahinter steckt die Idee, durch die Mikrotraumata eine lokale Entzündung und infolgedessen eine Immunantwort hervorzurufen, die die Läsion zur Abheilung bringen soll.

Studie mit 28 Patienten

In einer britischen Fußklinik wurden 28 erwachsene Patienten mit Verrucae plantares mit dieser Methode behandelt (Br J Dermatol 2017; online 1. November). Nach einer initialen Kürettierung erfolgten die Punktionen mit einer G-21-Kanüle, wobei die Warze über ihre ganze Ausdehnung "genadelt" wurde. Diesen Patienten hatte man in einem randomisierten Design 25 Kontrollpatienten gegenübergestellt, bei denen lediglich die überschüssige Hornhaut oberflächlich abgetragen wurde.

Bei der Auswertung nach zwölf Wochen waren in den beiden Gruppen jeweils vier Patienten warzenfrei. Wie Farina Hashmi und Kollegen von der University Salford berichten, entspricht das Erfolgsraten von 14 Prozent für das Needling und von 16 Prozent für das Débridement – kein signifikanter Unterschied also.

Laut Hashmi und Kollegen hatte es sich bei den Warzen in der Regel um hartnäckige Exemplare gehandelt, die ihre Träger im Mittel seit drei Jahren quälten. Das mittlere Alter der Patienten lag bei 40 Jahren. Die meisten hatten zuvor schon irgendeine andere Therapie ausprobiert. Ob bereits ein Behandlungsversuch stattgefunden hatte, hatte jedoch keinen nennenswerten Einfluss auf die Erfolgsrate.

Worin die Gruppen sich deutlich unterschieden, war die Schmerzstärke, gemessen mithilfe einer visuellen Analogskala: So berichtete die Needling-Gruppe sowohl vor der Behandlung als auch am Tag danach über deutlich mehr Schmerzen als die Vergleichspatienten (44 gegenüber 24 Punkten vor der Therapiesitzung, 30 versus 9 Punkte am Tag danach). Insgesamt fünfzehn Patienten – sie stammten alle aus der Nadelgruppe – gaben an, nach der Behandlung ein Schmerzmittel gebraucht zu haben.

Trotz Schmerz zufrieden

Nichtsdestotrotz zeigten sich zwölf Wochen nach der Sitzung 82 Prozent der Needling-Patienten bereit, den Eingriff zu wiederholen (in der Kontrollgruppe waren es mit 60 Prozent signifikant weniger), und auch in puncto Zufriedenheit lagen erstere deutlich vorn. Wie Hashmi und ihr Team betonen, waren zudem nach zwölf und auch nach 24 Wochen die subjektiv empfundenen Schmerzen in der Verumgruppe deutlich geringer als bei den Patienten ohne Needling. Nach zwölf Wochen wurden allerdings im Mittel nur 4 bzw. 6 Punkte auf der VAS-Skala erreicht, nach 24 Wochen 4 bzw. 5 Punkte.

Eine Needling-Intervention kostete im Schnitt gut 14 Pfund mehr als das Débridement. Ob dies durch die höheren Zufriedenheitswerte aufgewogen wird, sei dahingestellt; einen objektiven Nutzen, so das Fazit der Autoren, habe die Methode jedenfalls nicht erbracht.

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