Kassenfinanzen

BKK24 steckt in Zahlungsschwierigkeiten

Die Betriebskrankenkasse BKK24 hat die Aufsichtsbehörde über einen möglichen finanziellen Engpass informiert. Laut Vorstand könnten die Beiträge für die Versicherten vorübergehend steigen.

Veröffentlicht:
Symbolbild einer Versichertenkarte.

Die BKK24 hat der Aufsichtsbehörde Probleme mit der Zahlungsfähigkeit gemeldet.

© YK / stock.adobe.com

Obernkirchen. Die Betriebskrankenkasse BKK24 aus dem niedersächsischen Obernkirchen hat nach eigenen Angaben beim Bundesamt für soziale Sicherung (BAS) „einen möglichen Liquiditätsengpass angezeigt“. Das gab die Kasse am Dienstag bekannt.

Es handele sich aber nicht um einen Insolvenzantrag, betonte die Kasse. Damit bestätigte sie einen Bericht des „Redaktionsnetzwerks Deutschland“, wonach die Kasse mit rund 135.000 Versicherten in Zahlungsschwierigkeiten stecke.

„Präventive Anzeige“

Die BKK24 erklärte, die Kasse mit ihren 285 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sei „strukturell gesund. Es geht um einen Einmaleffekt, der sich im Rahmen der konkretisierten Jahresprognose 2021 gezeigt hat.“ Jörg Nielaczny, der erst seit Anfang Juli zusammen mit Thomas Mittmann den Vorstand der Kasse bildet, sagte der „Ärzte Zeitung“: „Es handelt sich um die präventive Anzeige einer womöglichen Zahlungsunfähigkeit.“

Auslöser für die finanzielle Schieflage der BKK24 könnte der im Vergleich der bundesweit geöffneten Kassen seit fünf Jahren recht niedrige Zusatzbeitrag von 1,0 Prozent sein. Auf einer Pressekonferenz haben Vorstand und Verwaltungsrat angekündigt, für einen begrenzten Zeitraum möglicherweise höhere Beiträge zu verlangen.

BAS entscheidet, wie es weitergeht

„Der Start hätte besser sein können“, sagte Nielaczny. Nähere Angaben zur drohenden Zahlungsunfähigkeit wollte er aber nicht machen. „Wir haben die Unterlagen in voller Transparenz an das BSA gegeben. Derzeit prüft das BSA unsere Unterlagen und unseren Vorschlag für die Zukunft“, betonte der Vorstand. Danach wird von der Aufsichtsbehörde über einen Insolvenzantrag entschieden.

SGB V verpflichtet im Paragraf 160 Krankenkassen, denen die Zahlungsunfähigkeit oder die Überschuldung droht, zu sofortiger Anzeige des Problems bei der für sie zuständigen Aufsicht. (cben)

Mehr zum Thema

Corona-Pandemie

Niedersachsen legt fest: 2G ist ab Warnstufe 2 Pflicht

Kommentare

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Jetzt anmelden / registrieren »

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

» kostenlos und direkt in Ihr Postfach

Am Morgen: Ihr individueller Themenmix

Zum Feierabend: das tagesaktuelle Telegramm

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Was sollte die neue Regierung als Erstes anpacken?

© [M] Nuthawut / stock.adobe.com

Pflichtenheft für die neue Regierung

Drei Reformen sind Lesern der „Ärzte Zeitung“ besonders wichtig

Ulrich Weigeldt kritisierte, dass Hausärzte bei den Pandemieentscheidungen meist gar nicht oder zu spät gehört wurden.

© Georg J. Lopata/Deutscher Hausärzteverband

Deutscher Hausärztetag

Hausärzte an die Politik: Wir sind kein Add-on!

Heim-Hämodialyse: Die Qualität der Therapie ist ähnlich gut wie bei Dialyse in Kliniken.

© artinspiring / getty images / iStock

DGfN-Kongress

Nephrologen legen 10-Punkte-Plan für mehr Heimdialyse vor