Personalie

„Mutige Löwin“: Pionierin der Gendermedizin geehrt

Der Deutsche Ärztinnenbund zeichnet Professorin Gabriele Kaczmarczyk für ihre lebenslanges Engagement für mehr weibliche Führungskräfte unter anderem in der Kliniklandschaft aus.

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Professorin Gabriele Kaczmarczyk kämpft seit Jahren für mehr Frauen in  Führungspositionen innnerhalb  der Universitätsmedizin.

Professorin Gabriele Kaczmarczyk kämpft seit Jahren für mehr Frauen in Führungspositionen innnerhalb der Universitätsmedizin.

© DÄB / Catharina Tews

Berlin. Der Deutsche Ärztinnenbund (DÄB) hat auf seiner jüngsten Mitgliederversammlung in Berlin seinen Preis „Mutige Löwin“ an Professorin Gabriele Kaczmarczyk verliehen. Wie der DÄB mitteilt, habe die Fachärztin für Anästhesiologie und Trägerin des Bundesverdienstkreuzes von 1983 bis 2004 als Professorin an der Berliner Charité gewirkt, an der sie heute Gastprofessorin sei und habe 2005 den internationalen Studiengang „Health and Society-International Gender Studies Berlin“ an der Charité gegründet. Kaczmarczyk sei eine Pionierin der Gendermedizin in Deutschland und erhalte die Auszeichnung als „Mutige Löwin“ auch „für ihren unermüdlichen Einsatz gegen die strukturelle und subtile Benachteiligung von Frauen insbesondere bei der Besetzung von Führungspositionen in der Universitätsmedizin“, so der DÄB weiter.

Kaczmarczyk war acht Jahre lang, von 2013 bis 2021, Vizepräsidentin des DÄB. Seit 2015 ist sie Beisitzerin im Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Geschlechtsspezifische Medizin (DGesGM). 2004 erhielt sie die Verdienstmedaille der Charité. 1990 wurde die Preisträgerin zur ersten Frauenbeauftragten des Klinikums Charlottenburg der Freien Universität Berlin gewählt und blieb in diesem Amt, teils als Stellvertreterin, bis zu ihrem Ausscheiden. Sie erreichte unter anderem die Einrichtung einer Professur für „Frauenspezifische Gesundheitsforschung“. Kaczmarczyk ist zudem Mitbegründerin des Netzwerkes Frauengesundheit Berlin sowie Initiatorin von „Pro-Quote-Medizin“. Für den DÄB dokumentiert sie regelmäßig in der Erhebung „Medical Women On Top“ den immer noch extrem niedrigen prozentualen Anteil von universitären Klinikdirektorinnen. Ihr Engagement für mehr Ärztinnen in Führungspositionen resultierte laut DÄB unter anderem in der Co-Autorenschaft eines Führungshandbuches für Ärztinnen „Gesunde Führung in der Medizin“. Die „Mutige Löwin“ wird vom DÄB seit 2001 in der Regel alle zwei Jahre verliehen. (eb)

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