Defizite in Pflegeheimen

„Pflege-SOS Bayern“ verzeichnet 35 Beschwerden in der ersten Woche

Die neu eingerichtete Anlaufstelle für Probleme in der Pflege verzeichnet bereits nach einer Woche eine rege Nachfrage.

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Telefonisch oder per Mail kann mit dem bayerischen „Pflege-SOS“ Kontakt aufgenommen werden.

Telefonisch oder per Mail kann mit dem bayerischen „Pflege-SOS“ Kontakt aufgenommen werden.

© RoBird / stock.adobe.com

München. Als Konsequenz aus Missständen in mehreren bayerischen Pflegeheimen hat die Landesregierung die Anlaufstelle „Pflege-SOS Bayern“ auf den Weg gebracht. Bereits eine Woche nach Inbetriebnahme ist klar: Die Nachfrage ist groß, innerhalb der ersten sieben Tage haben sich bereits 61 Menschen an „Pflege-SOS Bayern“ gewandt.

Dabei handelte es sich laut bayerischem Gesundheitsministerium in 35 Fällen um konkrete Beschwerden. „Das zeigt: Unsere neue Anlaufstelle wird gut angenommen“, kommentiert Landesgesundheitsminister Klaus Holetschek die erste Bilanz. Häufig könnten Fragen auch direkt geklärt werden, so Holetschek.

Schwerpunkt Versorgungsdefizite

Die meisten Anfragen seien telefonisch und nicht per Mail eingegangen. Unter den 35 Beschwerden seien 19 Fälle mit deutlichem Beschwerdegrad gewesen. Dazu zählten zum Beispiel Versorgungsdefizite der Heimbewohner. Gemeldet haben sich nach Angaben des Ministeriums Pflegekräfte, Pflegebedürftige und Angehörige.

Nicht immer geht es um Beschwerden gegen die Versorgung im Heim. Es gibt auch Nachfragen zum Arbeitsrecht, zur Begutachtung durch den Medizinischen Dienst oder zu Leistungen der Pflegeversicherung.

Bei Bedarf auch anonyme Meldung

„Jede Meldung wird detailliert aufgenommen – wenn gewünscht auch anonym – und an die zuständigen Stellen weitergegeben“, sagt Holetschek. Einige Beschwerden würden an die jeweilige Fachstelle für Pflege- und Behinderteneinrichtungen weitergeleitet.

Dort würde den Meldungen nachgegangen und die betreffenden Einrichtungen geprüft. In einigen Fällen seien Anliegen an die Pflegekasse oder einen Pflegestützpunkt weitergeleitet worden.

Es sei unbestritten, dass in der Pflege in Bayern gute Arbeit geleistet werde, so Holetschek. Umso wichtiger bleibe es, bei Beschwerden genau hinzuschauen und aufzuklären. (chb)

Pflege-SOS Bayern“ ist seit dem 7. März kostenfrei erreichbar unter 09621 966 966 0 oder pflege-sos@lfp.bayern.de

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