Ärztemangel macht Niedersachen kreativ

Wo Ärzte knapp sind, zeigen Landkreise und Kommunen Kreativität. In Niedersachsen starten jetzt mehrere Modelle.

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Aygül Özkan, Sozialministerin von Niedersachsen erklärte, dass Niedersachsen das erste Bundesland sei, dass alle relevanten Partner zur Gesundheitsversorgung vor Ort einbezogen hat.

Aygül Özkan, Sozialministerin von Niedersachsen erklärte, dass Niedersachsen das erste Bundesland sei, dass alle relevanten Partner zur Gesundheitsversorgung vor Ort einbezogen hat.

© Revierfoto/imago

HANNOVER (cben). Erste Früchte des niedersächsischen Projektes "Zukunftsregion Gesundheit - kommunale Gesundheitslandschaften" werden nun sichtbar.

Drei Landkreise wollen die medizinische Versorgung vor Ort verbessern und haben am Montag in Hannover die ersten Schritte vorgestellt: von der digitalen Befundvernetzung über Verbesserung der Randzeitenbetreuung in Kitas, damit für Pflegende und medizinisches Fachpersonal eine optimale Kinderbetreuung gewährleistet werden kann, bis hin zur Verbesserung der Bereitschaftsdienste, hieß es.

Niedersachsens Sozialministerin Aygül Özkan (CDU) erklärte dazu: "Niedersachsen ist das erste Bundesland, das auf Landesebene alle relevanten Partner einbezogen hat in die Diskussionen um eine demographiefeste Gesundheitsversorgung vor Ort. Gemeinsam mit Kostenträgern und Ärzteschaft finanzieren wir drei Modellregionen über drei Jahre."

Spezielle Heimärzte für Besuche im Pflegeheim

Alle drei beteiligten Landkreise (Lingen, Wolfenbüttel und Heidekreis) verfügten schon jetzt über neue Konzepte der hausärztlichen Versorgung.

Das sind beispielsweise das Ärztenetz GENIAL, die Hausbesuche durch Medizinische Fachangestellte (Modell Niedersachsen - MoNi) im Heidekreis oder Filialpraxen in Wolfenbüttel.

In Lingen zum Beispiel soll das Ärztenetz GENIAL die Möglichkeit erhalten, selber einen "Heimarzt" für die kontinuierliche Versorgung von Heimbewohnern einzustellen und mit den Krankenkassen abzurechnen.

Rollende Arztpraxis im Kreis Wolfenbüttel

"Damit werden unnötige Krankenhauseinweisungen vermieden und ein fester Ansprechpartner für die Patientinnen und Patienten in den Pflegeheimen gewährleistet", so Reinhard Winter, Kreisrat des Landkreises Emsland. Im Oktober werde darüber hinaus ein Demenz-Servicezentrum eröffnet.

Die "rollende Arztpraxis" ist ein Projekt des Landkreises Wolfenbüttel. Die Praxis auf Rädern soll in schlecht versorgten Gebieten zu den Patienten kommen. Landrat Jörg Röhmann: "Die ,rollende Arztpraxis‘ ist nur eines von mehreren Projekten."

Auf einer Gesundheitskonferenz im April haben fünf Arbeitsgruppen im Kreis Wolfenbüttel begonnen, Lösungsansätze unter anderem zur Gesundheitsförderung und Prävention, psychischer Gesundheit und Demenz, Hospiz und Palliativversorgung sowie Mobilität und Infrastruktur zu erarbeiten.

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