Versorgung

"Bürgermeister nicht interessiert"

Ein Dienstleister hat ernüchternde Erfahrungen mit Kommunen gemacht. Reagieren Bürgermeister erst, wenn die Hütte brennt?

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KÖLN. Viele Kommunen interessieren sich noch zu wenig für die sich abzeichnenden Versorgungsprobleme und haben keinen Sinn für innovative Lösungen.

Diese Erfahrung hat der Betriebswirt Günter Müller aus Krefeld gemacht, der als Projektentwickler und Strategieberater im Gesundheitswesen tätig ist. In Nordrhein-Westfalen ist er bislang mit dem Versuch gescheitert, die Bürgermeister von den Vorteilen eines Kommunikationsportals zu überzeugen.

Müller hat mit seinem Unternehmen EKG (für: Existenz- und Kooperationsportal Gesundheitswesen) verschiedene Portale für das Gesundheitswesen entwickelt, darunter auch regionen-spezifische wie www.gesundes-sauerland.de oder www.gesundes-leichlingen.de.

Hilfe für Patienten

Sie dienen der Verbreitung von Gesundheitsnachrichten im weitesten Sinne sowie dem Angebot konkreter Dienstleistungen wie etwa der Arztsuche oder der Online-Terminvereinbarung. Solche Angebote seien gerade in Regionen mit einem geringen oder nachlassenden Versorgungsangebot vor Ort für viele Patienten eine wichtige Hilfe, sagt Müller der "Ärzte Zeitung".

Um das Angebot bekannter zu machen, haben er und seine Mitarbeiter sich an Bürgermeister in verschiedenen Regionen gewandt. Den Politikern wurde das Konzept vorgestellt. Sie sollten dafür gewonnen werden, über Flyer und Plakate auf die Portale aufmerksam zu machen.

"Kein einziger Bürgermeister hat reagiert", berichtet er. An den Kosten kann es nicht liegen, meint er. Die Kommunen müssen nur die Druckkosten für die Materialien übernehmen, die er mit 250 Euro bis 300 Euro beziffert.

Die Gründe für das Desinteresse liegen nach Einschätzung von Müller woanders. "Viele Kommunen sind für das Problem der sich verschlechternden Versorgung noch nicht ausreichend sensibilisiert."

Arbeitskreise als Lösung?

Andere sehen zwar Defizite, meinen aber, sie durch die Schaffung von Arbeitskreisen beheben zu können. Zwar gebe es punktuelle Initiativen. "Die meisten verstehen aber nicht, dass häufig ein ganzes Bündel von Maßnahmen notwendig ist", kritisiert er.

So bestehe kein Interesse an der Etablierung von Gesundheitszentren durch private Investoren. EKG habe die Portale auf eigene Initiative aufgebaut. Die Adressen der Arztpraxen hat das Unternehmen selbst eingepflegt und dann die Ärzte darüber informiert.

"Nur ganz wenige wollten, dass wir ihre Angaben wieder herausnehmen."Die Basisdienstleistungen auf den Portalen sind kostenlos. Erst weitergehende Leistungen werden kostenpflichtig, beispielsweise wenn Ärzte ein ausführliches Praxisprofil wünschen. (iss)

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