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Nächtliche Abstimmung

Entbudgetierung für Hausärzte im Bundestag beschlossen

Der Bundestag hat grünes Licht für die Entbudgetierung hausärztlicher Leistungen gegeben. Neupatienten ständen die Türen zu den Praxen jetzt offen, sagt Gesundheitsminister Lauterbach.

Veröffentlicht:
Der Bundestag hat in einer nächtlichen Abstimmung die Entbudgetierung hausärztlicher Leistungen beschlossen.

Der Bundestag hat in einer nächtlichen Abstimmung die Entbudgetierung hausärztlicher Leistungen beschlossen.

© Hannes P Albert/picture alliance/dpa

Berlin. Mit den Stimmen von FDP, SPD und Grünen hat der Bundestag Freitagnacht die Entbudgetierung für die Hausärzte auf den Weg gebracht. Die Unionsfraktion enthielt sich, die AfD stimmte gegen das Gesetz.

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) sagte in einer Stellungnahme am Freitagmorgen, dass das verabschiedete Gesundheitsversorgungsverbesserungsgesetz (GVSG) die ambulante Versorgung „grundlegend verbessern“ werde.

„Wenn leicht chronisch Kranke nicht mehr alle drei Monate für die Quartalspauschale des Arztes in die Praxis einbestellt werden müssen, wenn zusätzliche Patienten abgerechnet werden können, wird auch wieder mehr Zeit sein für neue Patienten. Einen Termin beim Hausarzt zu bekommen, wird endlich wieder deutlich einfacher – insbesondere für gesetzlich Versicherte“, so Lauterbach. (juk)

Was halten Sie von der Entbudgetierung hausärztlicher Leistungen?

Das ist ein wichtiger und längst überfälliger Schritt.
29 %
Auch Gebietsärzte müssen entbudgetiert werden.
11 %
Das wird zu neuen Verteilungskämpfen führen.
11 %
Ohne Nachzahlungspflicht für die Kassen bringt das nichts.
15 %
Das zentrale Problem wird nicht löst: die lächerliche Bewertung vieler Leistungen.
28 %
Da bin ich mir noch nicht sicher.
6 %
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Kommentare
Dr. Karlheinz Bayer 31.01.202513:39 Uhr


... wenn man den Artikel durchliest sollte man als Arzt oder als Ärztin sofort erkennen, welche Parteien auf Seite der Ärzte stehen, und zwar am Abstimmungsverhalten.

Dr. Andreas Braun 31.01.202511:57 Uhr

Wer bei den Hausärzten vom Gesetz profitiert oder nicht, hängt noch von weiteren notwendigen Entscheidungen ab, die im neuen Monsterparagraphen 87a Abs. 3c vorgegeben sind (weniger Bürokratie sieht übrigens anders aus). Sicher ist erstmal nur, dass die Sozialversicherungsbeitragszahler weiter belastet werden und die GKV Beitragssätze sich weiter dem RV Beitragssatzniveau annähern. Dass die FDP dem Gesetz zustimmt ist nicht anders zu erwarten (obwohl der Wirtschaftsstandort belastet wird), aber der rotgrüne Schlingerkurs mit Vorschlägen zu höherer Beitragsbelastung für "Besserverdienende" und jetzt gleichzeitig "bei leeren Taschen" kurzfristige Wahlgeschenke zu verteilen, ist nur schwer nachvollziehbar.

Dr. Karlheinz Bayer antwortete am 31.01.202513:43 Uhr

Klar geht es um die anstehende Wahl zum 21. Deutschen Bundestag.
Aber das "Wahlgeschenk" betrifft die Honorare der Niedergelassenen.

Dr. Karlheinz Bayer 31.01.202511:27 Uhr

Claudia Straubs Argumentation, daß Risiken für die Versorgung in ländlichen Regionen entstehen könnten, in Ballungsräumen aber nicht, ist doch vollkommener Humbug!

In einer Landpraxis wie meiner, fernab von den Kliniken, behandeln wir doch seit Jahren für umsonst.
In den Städten konnten unsere Kolleg:Innen bislang den Tipp geben, daß man zur Kollegin next street gehen kann, wenn das Budget ausgeschöpft ist. Diese Möglichkeit habe ich nicht, weswegen ja die hausärztliche Tätigkeit viel mehr als in den Städten unter der Budgetierung leidet.

Risiko? Nein.
Mal sehen, wie sich die Entbudgetierung auf die Zahlungen der Kassen auswirken wird.
Es kann tatsächlich nur besser werden, und dieses Risiko tragwe ich gerne.

Aber schauen wir mal auf das Risiko in den Städten!
Dort werden die großen Praxen die "Gewinner" sein, denn sie brauchen nach dem Ausschöpfen der Budgets nicht mehr bedauernd die Schultern zu heben und darauf hinweisen, daß es ja noch andere Praxen gibt.
Mag ja sein, daß dann einige der schnell gegründeten Stadtpraxen sich die Sache überlegen und doch aufs Land gehen, was sie bislang wegen der Budgetierung nicht taten.

Dann würde ich dem Herrn Prof.Karl Lauterbach endlich mal ein Lob aussprechen.
Ich teile im übrigen auch nicht die Risikoängste von Frau Straub wegen steigender Ausgaben der Kassen.
Vielmehr wird sich eine echte, harmonische Regulierung einstellen.

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