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Integration von neuen Ärzten

Es geht um mehr als nur Sprache

Gesetzliche Rahmenbedingungen, Umgangsformen, juristische Pflichten: Integration von Ärzten bedeutet nicht nur das Erlernen der deutschen Sprache. Die Landesärztekammer Thüringen legt deswegen neue Kurse für Zugewanderte auf.

Von Katrin Zeiß Veröffentlicht:
Dass zugewanderte Ärzte die deutsche Sprache beherrschen, prüft Thüringen seit 2013. Neue Kurse gehen über die Vermittlung von Sprachkompetenz hinaus – und lehren etwa die Besonderheiten des hiesigen Gesundheitssystems.

Dass zugewanderte Ärzte die deutsche Sprache beherrschen, prüft Thüringen seit 2013. Neue Kurse gehen über die Vermittlung von Sprachkompetenz hinaus – und lehren etwa die Besonderheiten des hiesigen Gesundheitssystems.

© Yantra / Fotolia.com

ERFURT. Die Landesärztekammer Thüringen hat für die immer zahlreicher ins Land strömenden ausländischen Ärzte ein Fortbildungsangebot ergänzend zu ihren Sprachprüfungen geschneidert.

Zugewanderte Mediziner können an einem Integrationskurs der Kammer teilnehmen, der ihnen nicht nur das Rüstzeug für den Umgang mit Patienten vermitteln, sondern ihnen auch Orientierung in den Besonderheiten des deutschen Gesundheits- und Pflegesystems bieten soll.

Co-Veranstalter sind der Verband Leitender Krankenhausärzte, die Landeskrankenhausgesellschaft Thüringen und der Marburger Bund.

In Thüringen wächst die Zahl der ausländischen Mediziner stetig. Zum Jahreswechsel 2014/15 waren es laut Mitgliederstatistik der Landesärztekammer fast 1200 - etwa fünfmal so viel wie zehn Jahre zuvor -, was auch die Gesamtzahl der Ärzte in dem Bundesland trotz der Diskussionen um einen Ärztemangel steigen lässt.

Zuwachs kommt aus Osteuropa

Für den Zuwachs sorgen vor allem Mediziner aus Osteuropa. Allein 205 in dem Bundesland tätige Ärzte stammen aus Rumänien, 104 aus der Slowakischen Republik und 81 aus Bulgarien. Zur Spitzengruppe gehören auch Ärzte aus Syrien.

51 in Thüringen arbeitende Mediziner kommen aus dem Bürgerkriegsland. Insgesamt beschäftigen Praxen, Kliniken, medizinische Versorgungszentren und öffentlicher Gesundheitsdienst laut Kammer mehr als 8500 Mediziner.

Viele Herkunftsländer bedeuten eine Herausforderung für die Integration. Das gilt nicht nur für die Sprachkenntnisse, für die Thüringen seit 2013 einen Test in der Kommunikation mit dem Patienten verlangt.

Dieser ist so anspruchsvoll, dass etwa jeder dritte Prüfling im ersten Anlauf scheitert - 2014 fielen 86 von 219 Teilnehmern zunächst durch, sie können den Test aber beliebig oft wiederholen.

Ein Teil der Willkommenskultur

Der neue Integrationskurs geht indes über die sprachliche Kommunikation hinaus. Er widmet sich vor allem den Rahmenbedingungen ärztlicher Tätigkeit in Deutschland.

Wie sind Kranken- und Pflegekassen in Deutschland aufgebaut? Welche Aufgaben hat der Medizinische Dienst der Krankenversicherung? Was verbirgt sich hinter dem Kürzel DRG?

Solche Fragen sind für die Neuankömmlinge häufig ein Buch mit sieben Siegeln. Zugewanderte Ärzte auf diese Spezifika einzustellen, gehört nach Auffassung der Kurs-Veranstalter ebenfalls zur Willkommenskultur.

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