Generikaquote

Hausärzte schöpfen Einsparpotenziale aus

Verordnungsanalysen von IMS Health zeigen, dass die Verordnung von Generika weiter zugelegt hat.

Veröffentlicht: 12.11.2014, 14:29 Uhr

FRANKFURT/MAIN. Vertragsärzte verordnen kostenbewusst, das gilt insbesondere für Hausärzte: Die Generikaquote, also der Anteil der GKV-Verordnungen im patentfreien Markt, ist von Juli 2013 bis Juni 2014 nochmals um einen Prozentpunkt auf nunmehr bundesweit 83 Prozent gestiegen.

Das zeigt eine Analyse des Beratungsunternehmens IMS Health für die "Ärzte Zeitung". Vergleichsweise selten setzen Vertragsärzte in Sachsen auf Generika (80 Prozent), mit 85 Prozent der Verordnungen im patentfreien Markt liegt Nordrhein vor Westfalen-Lippe (84 Prozent) an der Spitze.

Nimmt man die Fachgruppe der Hausärzte und hausärztlichen Internisten unter die Lupe, dann liegt die Generikaquote noch um mehrere Prozentpunkte höher: Wiederum verordnen Ärzte in Nordrhein (88 Prozent) und Westfalen-Lippe (87 Prozent) am häufigsten Generika.

Baden-Württemberg und Sachsen bilden mit jeweils 84 Prozent das Schlusslicht im Vergleich. Aber auch bei diesen Fachgruppen hat die ohnehin schon hohe Verordnungsquote im ersten Halbjahr 2014 nochmals im Vergleich zum Vorjahr um einen Punkt zugelegt.

Bemerkenswert ist dieser Trend, weil sich die hohen Verordnungszahlen als Konsequenz der starken Grippe- und Erkältungswelle aus dem ersten Halbjahr 2013 im Folgejahr nicht wiederholt haben, berichtet IMS Health.

Bei Hausärzten und hausärztlichen Internisten lag von Juli 2013 bis Juni 2014 die Zahl der verordneten Antitussiva und Expectorantien um 26 sowie 25 Prozent unter dem Wert des entsprechenden Zeitraums 2012/13.

Die Analyse von IMS Health zeigt für verordnungsstarke Wirkstoffe in Hausarztpraxen, dass beispielsweise Pantoprazol bei der Zahl der verordneten Packungen ein Plus von neun Prozent aufweist.

Bei Metamizol beträgt das Verordnungsplus im untersuchten Einjahreszeitraum (Juli 2012 bis Juni 2013 und Juli 2013 bis Juni 2014) zehn Prozent, bei Levothyroxin sogar 15 Prozent.

Getragen wurde diese Entwicklung auch durch die steigende Zahl von Wirkstoffen unter Rabattvertrag, so IMS Health. (fst)

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