Berufspolitik

Hausärzte sind noch immer des Bundesbürgers liebstes Kind

BERLIN (hom). 85 Prozent der Bundesbürger sind derzeit mit der Gesundheitsversorgung zufrieden. Großen Anteil an diesem PositivUrteil hat der Hausarzt: Bei ihm fühlen sich die Deutschen noch immer am besten aufgehoben.

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Das sind Ergebnisse einer repräsentativen Umfrage im Auftrag der Wirtschafts- und Steuerberater "Ernst & Young", die am Dienstag vor Journalisten in Berlin vorgestellt wurde.

Für ihr "Gesundheitsbarometer 2009" fragte das Unternehmen, das mehrere Gesundheitsdienstleister zu seinen Mandanten zählt, insgesamt 2000 Bundesbürger quer durch alle Bevölkerungs- und Einkommensschichten, wie sie Behandlungserfolge, Diagnostik, Beratung und Wartezeiten in Haus- und Facharztpraxen, Apotheken und Kliniken einschätzen. Befragt wurden sowohl gesetztlich wie auch privat Versicherte.

Fazit: 85 Prozent der Bundesbürger stufen die medizinische Versorgung in ihrer Region derzeit als zufriedenstellend ein. Jeder vierte Deutsche fällt sogar das Urteil: sehr gut. Im Westen und Norden der Republik - vor allem in den Stadtstaaten Hamburg und Bremen - ist die Zufriedenheit am größten. Am unzufriedensten sind die Menschen in Brandenburg, Berlin und Sachsen-Anhalt.

Patienten wünschen sich einen Arzt, den sie kennen.

In den Schoß legen dürften Gesundheitspolitiker ihre Hände aber nicht, sagte Stefan Viering, Gesundheitsexperte bei "Ernst & Young". So beklagten immerhin 41 Prozent der Befragten, die Gesundheitsversorgung sei in den vergangenen Jahren "tendenziell" schlechter geworden. Längere Wartezeiten - insbesondere in Facharztpraxen - sowie weniger persönliche Betreuung würden in diesem Zusammenhang am häufigsten genannt.

Äußerst zufrieden zeigen sich die Deutschen weiterhin mit der Arbeit von Hausärzten: Sie erzielen die mit Abstand besten Noten. Lediglich bei der technischen Ausstattung schneiden Kliniken und Fachärzte etwas besser ab.

"Die Deutschen fühlen sich beim Hausarzt am besten aufgehoben und schenken ihm das größte Vertrauen", kommentierte der Gesundheitsfachmann Nils Söhnle die Ergebnisse. Als "überraschend" stuften die Experten das schlechte Image der Universitätsklinika ein: Lediglich 70 Prozent vertrauen in Gesundheitsfragen Ärzten an Elitehäusern, 75 Prozent vertrauen Apothekern, 78 Prozent Ärzten an Allgemeinkliniken, 89 Fachärzten und 93 Prozent Hausärzten. "Das schwache Abschneiden der Kliniken sollte den Verantwortlichen zu denken geben", betonte Viering.

Klinikmanagern riet er dazu, sich dem Problem zu stellen. "Wenn ein Krankenhaus es schafft, sich glaubwürdig als Ort der individuellen Pflege und Genesung zu präsentieren, kann sich daraus durchaus ein Wettbewerbsvorteil ergeben." Derzeit stünden die Kliniken "eher für anonyme Hochleistungsmedizin". Viele Patienten wünschten sich ein vertrautes Gesicht und individuelle Beratung. Beides könne der Hausarzt bieten. "Da liegt es nahe, ihn stärker als Lotse im Gesundheitssystem zu profilieren", forderte Söhnle.

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