Berufspolitik

KV Hessen mahnt AOK: Blockade endlich aufgeben!

FRANKFURT/MAIN (HL). Die Vertreterversammlung der KV Hessen hat die Landes-AOK aufgefordert, ihre Blockadehaltung bei Verträgen zur hausarztzentrierten Versorgung aufzugeben.

Veröffentlicht:

Während sich beispielsweise die AOK Baden-Württemberg durch innovative Vertragsmodelle mit Haus- und Fachärzten profiliere, würden die hessischen Vertragsärzte trotz gesetzlicher Verpflichtung, Verträge zur hausarztzentrierten Versorgung nach Paragraf 73 b abzuschließen, hingehalten. Offenbar sei es das Ziel der hessischen AOK, durch ein rigides Kostenmanagement Zusatzbeiträge zu verhindern.

Bei ihrer Klausurtagung, die am Wochenende hinter verschlossenen Türen stattfand, beschäftigte sich die Vertreterversammlung auch mit dem geplanten Versorgungsstrukturgesetz.

Insbesondere die Vorstellungen der Bundesregierung zur geplanten spezialärztlichen Versorgung werden in der gegenwärtigen Ausgestaltung abgelehnt.

Aus Sicht der hessischen KV-Vertreter muss der neue Paragraf 116 b in wesentlichen Punkten verändert werden:

Die spezialärztliche Versorgung müsse für alle Fachärzte offen sein.

Die Krankenhäuser müssten denselben Qualitätsstandard garantieren wie Vertragsärzte; die Zulassung von Klinikärzten müsse personengebunden sein, damit sichergestellt ist, dass tatsächlich nur weitergebildete Fachärzte spezialärztliche Leistungen erbringen und diese nicht delegiert werden.

Die Qualitätssicherung und deren Überprüfung müssten den KVen obliegen.

Die Inanspruchnahme der spezialärztlichen Versorgungsebene soll nur durch Überweisung eines Facharztes möglich sein.

Auch für Krankenhäuser und Medizinische Versorgungszentren müssten die Regeln der Bedarfsplanung gelten; momentan ist für die spezialärztliche Versorgung überhaupt keine Bedarfsplanung vorgesehen.

Die Kosten für Leistungen nach Paragraf 116 b sollten extrabudgetär und ohne Bereinigung finanziert werden. Für die Abrechnung sollen die KV zuständig sein.

Mehr zum Thema

Corona-Lage

Spahn geht Impfverweigerer hart an

Kommentare

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Jetzt anmelden / registrieren »

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

» kostenlos und direkt in Ihr Postfach

Am Morgen: Ihr individueller Themenmix

Zum Feierabend: das tagesaktuelle Telegramm

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Die Coronakrise hat den Pflegekräften an der Charité zugesetzt. Um sie zu unterstützen, gehören inzwischen zehn Psychologen zum Team. Sorgen können dadurch unkompliziert in den Pausen angesprochen werden.

© Alexander Raths / stock.adobe.com

Supervision an der Kaffeetasse

Wie die Charité ihren COVID-Kräften Beistand leistet

Diagnose Krebs

© Marco2811 / stock.adobe.com

Regionale Prävalenz

So häufig kommt Krebs in den einzelnen Städten und Landkreisen vor