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Notfallversorgung Köln

„Partnerpraxen“ in Köln entlasten Rettungsdienst

KV Nordrhein erprobt mit der Feuerwehr ab 2019 ein Konzept zur Entlastung der Notfallversorgung. Die Leitstellen von Arztrufzentrale und Feuerwehr arbeiten auf Basis einheitlicher Kriterien für die Triage.

Ilse SchlingensiepenVon Ilse Schlingensiepen Veröffentlicht:
Notfallambulanz oder Bereitschaftsdienst: Das wird in Köln künftig nicht erst vor der Eingangstür entschieden.

Notfallambulanz oder Bereitschaftsdienst: Das wird in Köln künftig nicht erst vor der Eingangstür entschieden.

© Holger Hollemann / dpa / picture alliance

DÜSSELDORF. Die Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein (KVNo) erprobt ab Januar in Köln ein neues Modell der Notfallversorgung. In der Domstadt werden die Leitstelle der Berufsfeuerwehr und die Arztrufzentrale zusammengeschaltet, kündigte der KVNo-Vorsitzende Dr. Frank Bergmann bei der Vertreterversammlung in Düsseldorf an. Gleichzeitig stehen Praxen von niedergelassenen Ärzten für die Versorgung der leichteren Fälle bereit.

Für das Projekt „Komplementäre Notfallversorgung in Köln“ wird die Arztrufzentrale in Duisburg rund um die Uhr besetzt sein. Für die Kommunikation der Zentrale mit der Leitstelle der Feuerwehr ist eine spezielle technische Lösung erarbeitet worden. „Die beiden Seiten arbeiten mit gemeinsamen Kriterien der Triagierung“, sagte Bergmann.

Abgabe ins ambulante System

Es sei ein wichtiges Anliegen des Kölner Rettungsdienstes gewesen, eine Lösung für die zunehmende Zahl der Fälle zu finden, in denen der Rettungsdienst in Anspruch genommen wird, obwohl dies gar nicht notwendig ist, berichtete er. Das Problem: Wenn der Rettungsdienst einmal vor Ort sei, kann er Patienten, die kein wirklicher Notfall sind, zurzeit nicht rechtssicher ins ambulante System abgeben.

Für solche Fälle stehen künftig in Köln 20 bis 30 sogenannte Partnerpraxen zur Verfügung, die in den Praxiszeiten solche Patienten versorgen. Mit Partnerpraxen habe man in Frankfurt am Main gute Erfahrungen gemacht, sagte Bergmann. „Die Patienten werden entweder vom Rettungsdienst oder von Taxen in die Praxen gebracht.“

Außerhalb der Sprechstundenzeiten wird die Arztrufzentrale die weitere Versorgung der Patienten über den Fahrdienst sicherstellen. Für die Übernahme der Patienten vom Rettungsdienst erhalten die niedergelassenen Ärzte nach Angaben des KVNo-Chefs eine außerbudgetäre Vergütung und einen Zuschlag. Die Vertreterversammlung hat eine entsprechende Änderung des Honorarverteilungsmaßstabs beschlossen.

KV steht für Finanzierung ein

„Die Finanzierung des Gesamtprojektes werden wir als KVNo schultern“, betonte Bergmann. Die Evaluation werde das nordrhein-westfälische Gesundheitsministerium übernehmen. Die KVNo spreche mit den Krankenkassen, damit sie für die Initiative Geld zur Verfügung stellen. „Wie entlasten an dieser Stelle das System um viel Geld“, betonte er.

Als Teil der Reform des Notfalldienstes in Nordrhein wird der ambulante Notdienst in Köln ohnehin umstrukturiert und stärker konzentriert. Die Zahl der Notfalldienstpraxen hat sich halbiert. Mitte Januar eröffnet eine neue Notfalldienstpraxis der niedergelassenen Ärzte an der Uniklinik. Die KVNo-Delegierten sprachen sich einstimmig dafür aus, dass die Krankenkassen für zusätzliche Kosten und Leistungen im Notdienst eine zusätzliche Vergütung zur Verfügung stellen müssen.

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