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Kommentar

Plädoyer für die Entlastung der Ärzte

Christian BenekerVon Christian Beneker Veröffentlicht:

Was die Gesundheitsministerkonferenz der Länder anmahnt, ist längst überfällig: Die Leichenschau soll in ihrer Qualität verbessert, die Minister sagen: "professionalisiert" werden. Ob die Leichenschau, die oft von Hausärzten gemacht wird, tatsächlich unprofessionell ist und Qualitätsmangel hat, ist zu bezweifeln.

Erleichternd aber dürfte es für manchen Hausarzt sein, wenn nicht er, sondern ein anderer Arzt, auf den der Hausarzt verweisen kann, für die Leichenschau zuständig wäre. Denn nicht wenige Ärzte tun sich schwer, die Polizei zu benachrichtigen, wenn ein Todesfall sie vermuten lässt, ein Mensch könnte getötet worden sein. Unter Umständen müssten sie Familien, die sie schon lange kennen und betreuen, mit ihrem Verdacht und der Polizei konfrontieren. Eine so oder so schwierige Situation - vor allem dann, wenn sich der Verdacht schließlich als unbegründet herausstellen würde.

Stutzig allerdings macht, dass die GMK mit den zusätzlich zu erwartenden Obduktionen eine "stärkere Auslastung" der Gerichtsmedizin verbindet. Ein Scherz? Angesichts von Schließungen und Zusammenlegungen gerichtsmedizinischer Institute dürften die Mediziner in den verbliebenen Einrichtungen kaum unter Arbeitsmangel leiden.

Lesen Sie dazu auch: Länder wollen die Leichenschau völlig neu ordnen

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