Berufspolitik

Privatversicherte haben kaum Interesse, den Anbieter zu wechseln

KÖLN (iss). Privat Krankenversicherte sehen die künftigen Wechselmöglichkeiten in der PKV skeptisch. Nach einer aktuellen Umfrage plant lediglich eine Minderheit von sechs Prozent die Wahl eines neuen Anbieters. Nur zehn Prozent halten einen Wechsel in den Basistarif für interessant.

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56 Prozent finden, dass die teilweise Mitgabe der Alterungsrückstellungen sich nicht in höheren Beiträgen niederschlagen dürfte. 39 Prozent wären bereit, für die verbesserten Wechselmöglichkeiten bis zu zehn Prozent mehr zu bezahlen, sieben Prozent mehr als zehn Prozent.

Das zeigt eine Studie des Meinungsforschungsinstituts TNS Infratest im Auftrag der Continentale Krankenversicherung. Sie bestätigt im Trend eine vor kurzem veröffentlichte Untersuchung des Instituts für andere Versicherer (wir berichteten).

Die Continentale lässt seit dem Jahr 2000 regelmäßig die Einstellung von gesetzlich und privat Versicherten zu verschiedenen Aspekten des Gesundheitswesens erheben. In diesem Jahr wurden zusätzlich zur allgemeinen Umfrage mit 1263 Personen ab 25 Jahren 764 Privatversicherte zu PKV-Themen befragt.

Diese separate Untersuchung zeigt große Wissenslücken. Mit 55 Prozent sagt mehr als die Hälfte der Privatversicherten, dass sie schlecht oder sehr schlecht über die Gesundheitsreform informiert sind. 51 Prozent wissen, dass die Leistungen des künftigen Basistarifs denen der GKV entsprechen, doch nur 36 Prozent ist klar, dass der Beitrag dem Kassen-Höchstbeitrag entspricht. Der - richtigen - Aussage, im Basistarif gibt es keine Risikozuschläge und Leistungsausschlüsse, stimmten nur 26 Prozent zu.

Den Versicherern stellen die Kunden kein gutes Zeugnis aus. 77 Prozent befürchten, dass die Unternehmen mit Lockvogelangeboten zum Wechsel animieren werden. 78 Prozent erwarten, dass die Versicherungsvermittler aus Provisionsgründen zu einem solchen Schritt raten.

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