Berufspolitik

TK prescht mit Hausarztvertrag vor

Die Front der Gegner bröckelt, denn nun schließt die erste große Ersatzkasse einen Vertrag mit dem Hausärzteverband.

Veröffentlicht: 03.04.2010, 09:33 Uhr
TK prescht mit Hausarztvertrag vor

Auch die TK setzt nun auf Hausarztverträge. © bilderbox / fotolia.com

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BERLIN (sun/fst). Die Wagenburg der Ersatzkassen bricht: Die Techniker Krankenkasse (TK) und der Hausärzteverband gaben in Berlin bekannt, sich auf ein Eckpunktepapier zur bundesweiten hausarztzentrierten Versorgung geeinigt zu haben.

Damit geben immer mehr Kassen ihre abwartende bis ablehnende Haltung zu Hausarztverträgen mit dem Deutschen Hausärzteverband als Vertragspartner auf. "Es stehen zurzeit viele Schiedssprüche an", sagte eine Sprecherin des Verbandes der Ersatzkassen (vdek). Vermutlich wolle die TK für ihre Versicherten aktiv die besten Bedingungen aushandeln, anstatt nur einen Schiedsspruch umzusetzen. Man werde sehen, ob andere Kassen folgen werden. "Der Paragraf 73 b sollte ganz abgeschafft werden", so die Sprecherin. Aber es sei nicht zu erkennen, dass sich die Politik in diesem Punkt bewegt.

Im Gegenteil: Die schwarz-gelbe Koalition hält am umstrittenen Gesetzespassus fest und fordert lediglich in drei Jahren eine Auswertung der Verträge. Krankenkassen müssten jetzt ausbaden, was die Koalition beschlossen hat, betonte DAK-Sprecher Jörg Bodanowitz. DAK und Barmer/GEK geben sich dennoch gelassen und wollen an ihrer bisherigen Position zu 73b-Verträgen festhalten.

Grundsätzlich sei man offen für innovative Verträge, allerdings müssten diese gewährleisten, dass Qualität und Wirtschaftlichkeit in der Versorgung verbessert würden, so Bodanowitz. Beides sei aber durch die bisherigen Hausarztverträge nicht gewährleistet. "Partnerzwang ist nicht das beste Mittel um vernünftige Verträge abzuschließen", betonte der stellvertretende Sprecher der Barmer/GEK, Kai Behrens. Trilaterale Verträge - mit Kassen, Hausärzteverband und Kassenärztlichen Vereinigungen - seien sinnvoller.

Dass die Techniker Kasse ihre Ablehnung aufgibt, ist kein Einzelfall: Bereits vor zwei Wochen hat sich die IKK classic aus einem laufenden Schiedsamtsverfahren heraus entschieden, einen Verhandlungsvertrag mit dem baden-württembergischen Hausärzteverband zu schließen. Für die IKK classic gab Vorstandschef Gerd Ludwig die Begründung an, man wolle nun "austesten", welche Vereinbarungen besser sind: Add-on-Verträge oder Vollversorgungsverträge nach Paragraf 73b SGB V. Die Einschreibung von Patienten soll im dritten Quartal starten. In dem Hausarztvertrag werden alle Präventionsleistungen extra vergütet, gab Medi-Chef Dr. Werner Baumgärtner bekannt.

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