Niedersachsen

Weniger Tierversuche angestrebt

Das Land Niedersachsen will Alternativen zu Tierversuchen finden – und Ersatzmethoden erarbeiten.

Veröffentlicht:

HANNOVER. Niedersachsen will die Tierversuche im Land reduzieren und nur noch dann einsetzen, wenn es keine anderen Möglichkeiten mehr gibt. Das teilt das Ministerium für Wissenschaft und Kultur des Landes mit. Dazu hat es den Forschungsverbund "R2N - Replace und Reduce aus Niedersachsen - Ersatz und Ergänzungsmethoden für eine zukunftsweisende biomedizinische Forschung" auf den Weg gebracht und fördert ihn mit 4,5 Millionen Euro.

Der Verbund wird von der Medizinischen Hochschule Hannover, der Tierärztlichen Hochschule Hannover, der Uni-Medizin Göttingen und der Leibniz Uni Hannover getragen. Weitere Beteiligte sind das TWINCORE-Zentrum für Experimentelle und Klinische Infektionsforschung, das Fraunhofer-Institut für Toxikologie und experimentelle Medizin und das Deutsche Primatenzentrum.

Ziel ist die Erforschung und Entwicklung von Ersatz- und Ergänzungsmethoden für Tierversuche, etwa durch Untersuchungen an Organen ex vivo und durch Forschung an Zellkulturen. "Dabei werden auch ethische Fragestellungen bearbeitet", hieß es. "Damit geben wir der gesellschaftlichen Verantwortung der Wissenschaft und ethischen Fragen mehr Gewicht", sagt Gabriele Heinen-Kljajic, niedersächsische Ministerin für Wissenschaft und Kultur.

Nach Angaben des Ministeriums wurden in Niedersachsen im Jahr 2015 an 26 Tierarten wissenschaftliche Versuche vorgenommen. Insgesamt waren fast 339.000 Tiere betroffen, darunter rund 291.000 Mäuse, rund 2400 Schweine, knapp 11.000 Hühner aber auch 574 Affen, 490 Pferde, rund 1400 Hunde oder 742 Rinder.

Das Tierschutzgesetz gibt schon jetzt vor, Tierversuche auf das unerlässliche Maß zu reduzieren. "Daher werden durch die Förderung von Ersatzmethoden Tierversuche für den jeweiligen Forschungszweck nicht mehr genehmigungsfähig sein, sobald Alternativen zur Verfügung stehen", so das Ministerium auf Anfrage. "Die Herausforderung liegt im Vollzug, also in der Genehmigungspraxis."(cben)

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema
* Hinweis zu unseren Content-Partnern
Dieser Content Hub enthält Informationen des Unternehmens über eigene Produkte und Leistungen. Die Inhalte werden verantwortlich von den Unternehmen eingestellt und geben deren Meinung über die Eigenschaften der erläuterten Produkte und Services wieder. Für den Inhalt übernehmen die jeweiligen Unternehmen die vollständige Verantwortung.
Sonderberichte zum Thema
Mehr als ein oberflächlicher Eingriff: Die Krankenhausreform verändert auch an der Schnittstelle ambulant-stationär eine ganze Menge.

© Tobilander / stock.adobe.com

Folgen der Krankenhausreform für niedergelassene Ärztinnen und Ärzte

Die Klinikreform bringt Bewegung an der Schnittstelle zwischen Praxen und Krankenhäusern

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: der Deutschen Apotheker- und Ärztbank (apoBank)
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Lesetipps
Tablette, auf der GLP-1 steht

© THIBNH / Generated with AI / Stock.adobe.com

Neuer GLP-1-Rezeptoragonist

Orforglipron: Bekommt Semaglutid jetzt Konkurrenz?

Eine Frau mit drei Tabletten und einem Glas Wasser in der Hand.

© Hazal / stock.adobe.com

Umfrage

Nach Antidepressiva-Stopp: Fast die Hälfte mit deutlichen Symptomen

Ein Stempel mit der Aufschrift "Regress"

© Gina Sanders / stock.adobe.com |

Interview zum Vertragsarztrecht

Regress-Prävention: Wie Ärzte Formfehlern aus dem Weg gehen