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Anlagenkolumne

Auch eine Rezession lässt Anlegern viele Optionen

Die Industriestaaten rutschen in die Rezession. Doch Anleger muss das nicht beunruhigen. Es gibt immer noch Optionen.

Von Jens Ehrhardt Veröffentlicht:

Bei der Frage, wann die Aktienmärkte wieder nachhaltig steigen werden, fällt auf, dass die Weltbörsen in der Nachkriegszeit meist schon im ersten Viertel einer Rezession ihr Tief erreichten, um danach schon wieder zu steigen. In einer Rezession befindet sich eine Volkswirtschaft nach gängiger Definition, wenn die Wirtschaftsleistung zwei Quartale in Folge fällt. In Deutschland schrumpfte die Wirtschaftsleistung in den beiden zurückliegenden Quartalen, womit die Rezession offiziell Realität ist. In den USA ist es ausschließlich Tricks der statistischen Ämter zu verdanken, dass man offiziell die Rezession noch nicht ausrufen musste. Tatsächlich dürfte die US-Wirtschaftsleistung seit mindestens einem Jahr, und zwar deutlich, rückläufig sein.

Die Tatsache, dass die Börsen in zurückliegenden Zyklen bereits im ersten Viertel einer Rezession im Trend nach oben drehten, war vor allem auf damalige Zinssenkungen der Notenbanken und erhöhte Staatsausgaben und Steuersenkungen zurückzuführen. Allerdings ist diesbezüglich die Lage heute kaum mit vergangenen Zyklen vergleichbar. Ausgangspunkt vieler historischer Rezessionen waren hohe Notenbankzinsen. Im Gegensatz dazu sind die Zinsen heute international sehr niedrig, was das weitere Zinssenkungspotenzial beschränkt. Auch die Voraussetzungen für niedrigere Steuern und höhere Staatsausgaben sind heute schlechter als in anderen Krisen. Hintergrund ist, dass viele Staaten trotz der zurückliegenden konjunkturell guten Jahre heute so hoch verschuldet sind wie nie zuvor (insbesondere die USA). Dass die Staaten heute jeweils Konjunkturprogramme in der Größenordnung mehrerer hundert Milliarden Euro ausrufen, dürfte ein historisch einmaliges Experiment sein.

Zusammenfassend ist es fraglich, ob die Börsen bereits die Talsohle erreicht haben. Positiv ist, dass zahlreiche Aktien inzwischen wieder analytisch vernünftige Bewertungsniveaus haben, sowohl in Bezug auf die Gewinne als auch auf die Substanz der Unternehmen. Die hohen Schwankungen an den Börsen kann man daher durchaus nutzen, um in Schwächephasen analytisch günstige Aktienpositionen aufzubauen. Eine Alternative sind aktiv gemanagte Fonds, die in schwierigen Börsenphasen große Teile des Vermögens in Cash-Anteilen parken.

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