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Uni Jena

Neue Generation von Hausärzten wächst heran

Am Institut für Allgemeinmedizin der Uni Jena ist ein Weiterbildungsprogramm für angehende Hausärzte aufgelegt worden, das viele in den USA etablierte Elemente aufnimmt: Der Arzt ist nicht nur als Heiler, sondern auch als Manager und Teamspieler gefragt.

Von Robert Büssow Veröffentlicht:
Studierende an der Universität Jena: Das Institut für Allgemeinmedizin geht neue Wege in der Weiterbildung.

Studierende an der Universität Jena: Das Institut für Allgemeinmedizin geht neue Wege in der Weiterbildung.

© Kasper/FSU

JENA. An der Uniklinik in Jena wächst eine neue Generation von Hausärzten heran, die mehr will als heilen - sie will auch führen und gestalten.

Mit diesen drei Begriffen lässt sich laut Jochen Gensichen, Professor am Institut für Allgemeinmedizin Jena, das 2009 aufgelegte strukturierte Weiterbildungsprogramm für Hausärzte am besten beschreiben.

"Wir wollen die neuen Führungskräfte für das Fach ausbilden. Sie sollen die Zukunft gestalten, nicht nur in der Praxis, sondern auch über den Tellerrand hinausblicken", sagt Gensichen.

Es gehe um Personalführung und "Leadership-Training", Inhalte zur Praxisleitung und Qualitätsförderung durch evidenzbasierte Medizin. Themen also, die normalerweise im Studium zu kurz kämen.

"Wir haben uns diese Ausgestaltung aus den USA abgeguckt, wo Ärzte viel stärker auch im Management vertreten sind. Die Weiterbildung ist dadurch mit einem enorm hohen Betreuungsaufwand verbunden", sagt Gensichen.

Fünf Assistenten werden betreut

Er verschweigt aber auch nicht, dass es schon Teilnehmer gab, denen langfristig die Motivation für das aufwändige Programm fehlte. Derzeit betreut er fünf Weiterbildungsassistenten.

Während der verschiedenen Weiterbildungsabschnitte an der Uniklinik sorgt er dafür, dass die Allgemeinmedizin nicht aus dem Blick gerät: Einmal wöchentlich trifft sich seine Truppe zum Hausarzt-Diskurs.

Einer von ihnen ist Christian Fleischhauer: "Es ist ein Fachtreffen, bei dem ein konkret erlebter Fall aus der Klinik besprochen wird - immer mit dem Fokus, was wäre in der Hausarztpraxis zu beachten, wo weniger diagnostische Möglichkeiten zur Verfügung stehen."

Der 35-Jährige hatte nach seinem Medizinstudium in Jena eine Zwischenstation als Anästhesist in Leipzig eingelegt, bevor ihn die Allgemeinmedizin und das besondere Weiterbildungsprogramm zurück nach Jena lockten.

"Die Zukunft selbst gestalten"

"In dieser strukturierten Form und intensiven Betreuung ist mir kein zweites Programm bekannt", zeigt sich Fleischhauer überzeugt. Hinzu kommt ein halbes Jahr direkt am Institut für Allgemeinmedizin, in dem sie selbstständig ein Projekt zur Patientenversorgung erarbeiten.

"Ziel ist es, junge Ärzte in die Lage zu versetzen, ihre Zukunft selbst zu gestalten", sagt Gensichen.

Als zweite Besonderheit wird seit 2012 in Kooperation mit der Ernst-Abbe-Fachhochschule in Jena begleitend als Fernstudium ein "Master of Business Administration Health Care Management" angeboten. Fleischhauer hat dafür zwei Jahre lang bereits viele Wochenenden geopfert.

Die Materie klingt trocken: Arzthaftungsrecht, Strafrecht, Steuerrecht. Doch er weiß, wofür es gut ist: "Ich kann mir sehr gut vorstellen, nach dem Abschluss ein Ärztenetzwerk zu leiten oder zu gründen", sagt der Hausarzt von morgen.

"Der Vorteil ist, man arbeitet gemeinschaftlich und nicht als Einzelkämpfer in der Praxis, hat aber viel mehr Spielraum als im Krankenhaus."

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