Ärzte Zeitung, 25.08.2008
 

Medizinische Versorgung scheint zu funktionieren

In Georgien ist die Lage aus Sicht vieler Hilfsorganisationen unübersichtlich / Rotes Kreuz auf dem Weg nach Süd-Ossetien

DARMSTADT (ine). Die Lage in Georgien ist für die Hilfsorganisationen weiterhin unübersichtlich. Das Auswärtige Amt warnt trotz weitgehender Einstellung der Kampfhandlungen vor bewaffneten Zwischenfällen.

Medizinische Versorgung scheint zu funktionieren

Kampfhandlungen sind zu Ende - Verzweiflung bleibt.

Foto: dpa

Der Flüchtlingsrat der Vereinten Nationen geht von über 158 000 Flüchtlingen aus, die mit Lebensmitteln und anderen Hilfsgütern unterstützt werden müssen.

Hilfsorganisationen wie Ärzte ohne Grenzen beklagen, dass es nicht gelingt, nach Südossetien zu gelangen, um sich ein Bild von der dortigen Lage zu machen. Das Internationale Rote Kreuz will nach eigenen Angaben am Mittwoch versuchen, in die südossetische Hauptstadt Zchinwali zu gelangen.

Es gibt viele Hilfsangebote

Nach Angaben von Filipe Ribero, Programmleiter von Ärzte ohne Grenzen in Tiflis, gibt es derzeit mehr internationale Hilfsangebote, als Möglichkeiten, tatsächlich Hilfe zu leisten. Das Auswärtige Amt hat beispielsweise die humanitäre Sofort-Hilfe für Georgien vergangene Woche auf zwei Millionen Euro verdoppelt, die USA haben mehrere Kriegsschiffe mit Betten und Lebensmittel in die Krisenregion geschickt.

Die medizinische Grundversorgung scheint in Tiflis und Gori zu funktionieren. "Nach unseren Beobachtungen organisieren die georgischen Gesundheitseinrichtungen die Behandlung der Verwundeten umfassend", sagt Ribero in seinem Bericht. Mobile medizinische Teams sollen die Flüchtlinge, die rund um Tiflis in öffentlichen Gebäuden untergebracht sind, besuchen.

Gebraucht werden Kochuntensilien

Ribero hat in den Städten Gori und Tiflis mit vielen Vertriebenen gesprochen: "Die Menschen brauchen Wasser und Hilfsgüter wie Kanister, Hygieneartikel und Kochutensilien".

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Frauen schuld an "Männergrippe"?

Jammernde Männer mit Erkältung sind keine Weicheier, sie leiden tatsächlich stärker. Das liegt wohl am Testosteron. Und an Frauen, die testosterontriefende Männer bevorzugen. mehr »

Stammzellgesetz – Bremse für Forscher?

2002 gab es um die Forschung an menschlichen embryonalen Stammzellen eine hochemotionale Debatte. Heute ist der Pionier von ehedem mit dem Stand seiner Arbeit zufrieden. Doch nicht nur er fürchtet durch das Stammzellgesetz Nachteile für Forscher in Deutschland. mehr »

Ebola-Überlebende auch 40 Jahre später noch immun

Eine Forscherin machte sich auf die Suche nach den Überlebenden des ersten Ebola-Ausbruchs – und verspricht sich davon wichtige Erkenntnisse. mehr »