Ärzte Zeitung, 31.07.2009

Stress macht Ratten zu Gewohnheitstieren

WASHINGTON(dpa). Ständiger Stress führt zu Fehlentscheidungen. Forscher haben bei Ratten gezeigt, dass sie durch Stress zu Gewohnheitstieren werden, die eine bekannte statt der in der jeweiligen Situation besten Lösung wählen. Dass die Entscheidungsfindung der Tiere beeinträchtigt ist, zeige sich auch in Veränderungen der Gehirnstruktur, berichten portugiesische Biologen im Fachjournal "Science" (Bd. 325, S. 621).

Eduardo Dias-Ferreira und Nuno Sousa von der Uni Braga (Portugal) hatten 28 männliche Ratten gestresst, indem sie sie drei Wochen lang einmal täglich ins Wasser warfen, ihren Bewegungsraum einengten oder sie für zehn Minuten mit einem stärkeren Männchen zusammensteckten. Sie beobachteten, ob die Tiere bei Futterexperimenten, bei denen der wiederholte Druck auf den richtigen Knopf mit einem Nachtisch belohnt wurde, genauso gut abschnitten wie Ratten ohne Stress.

Das Ergebnis: Die Ratten im Dauerstress schnitten bei den Tests zunehmend schlechter ab als ihre Artgenossen. Sie lernten schlechter aus Misserfolgen und drückten oft weiter die falschen Tasten, die bei früheren Experimenten zum Ziel geführt hatten.

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