Ärzte Zeitung, 27.01.2010

Welternährungsprogramm: Mehr Geld für Haiti!

400 000 Bewohner haben Hauptstadt verlassen / Armeen sollen Fertigmahlzeiten zur Verfügung stellen

PORT-AU-PRINCE (dpa). Das Welternährungsprogramm (WFP) der UN hat mehr Hilfe für die Überlebenden des Erdbebens in Haiti angemahnt.

 Die Menschen des bitterarmen Karibikstaates müssten viel länger versorgt werden als angenommen. Die Zahl der Todesopfer des verheerenden Erdbebens vor zwei Wochen hat sich nach Angaben der Regierung in Port-au-Prince auf 150 000 erhöht. Es wurde aber befürchtet, dass die tatsächliche Zahl der Toten um vieles höher liegt.

"Ursprünglich hatten wir mit zwei Millionen Menschen gerechnet, die wir sechs Monate versorgen müssen", sagte WFP-Chefin Josette Sheeran in New York. "Jetzt gehen wir von mindestens zwölf Monaten aus." Das Projekt Haiti sei eine der größten, wenn nicht die größte Herausforderung, vor der das Ernährungsprogramm in 40 Jahren gestanden habe. "Deshalb fordern wir alle Armeen dieser Welt auf, uns ihre irgendwie entbehrlichen Fertigmahlzeiten zur Verfügung zu stellen", sagte Sheeran.

Die Regierung Haitis hatte den Bedarf an finanzieller Hilfe bei einer Konferenz im kanadischen Montreal für die notleidende Bevölkerung und den Wiederaufbau auf 3 Milliarden Dollar (2,1 Milliarden Euro) beziffert.

Unterdessen wurden Pläne der haitianischen Regierung bekannt, das weitgehend zerstörte Zentrum von Port-au-Prince für einige Zeit abzuriegeln. Während dieser Zeit sollten Ruinen und Schutt beseitigt und neue Gebäude errichtet werden. "Wir müssen die Menschen dazu bewegen, in ihre Heimatprovinzen zu gehen, indem wir dort die Lebensbedingungen verbessern", sagte Jean Baleme Mathurin, Wirtschaftsberater von Haitis Premierminister Bellerive. Nach seinen Worten haben bereits 400 000 der etwa 3 Millionen Einwohner die Stadt verlassen.

Topics
Schlagworte
Panorama (32846)
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Wann das Smartphone für Kinderaugen gefährlich wird

Kleine Kinder sollten lieber mit Bauklötzen spielen als mit Smartphones, raten Augenärzte. Denn: Wenn die Kleinen häufig und lange auf Bildschirme starren, leiden nicht nur ihre Augen. mehr »

Auf Zungenküsse besser verzichten?

Zungenküsse erhöhen offenbar das Risiko für HPV-Infekte und damit auch für Mund-Rachen-Tumoren. US-Experten haben sich das Krebsrisiko jetzt einmal genauer angesehen. mehr »

Demenz in D-Moll

Mit Demenzpatienten im Konzert? Viele Angehörige scheuen das. Das WDR-Orchester bietet beiden eine ganz besondere Konzertreihe - mit drei verschiedenen Formaten. mehr »