Ärzte Zeitung online, 05.02.2018

"Willkürliche Prohibition"

Kriminalbeamte für Aufhebung des Cannabisverbots

Eine "komplette Entkriminalisierung von Cannabis-Konsumenten" fordert der Bund Deutscher Kriminalbeamter – und gibt alternative Lösungen in der Drogenpolitik vor.

Kriminalbeamten für Aufhebung des Cannabisverbots

Marijuana-Blätter dicht and dicht: Eine komplett drogenfreie Gesellschaft ist eine Utopie, so der Bund Deutscher Kriminalbeamter.

© Opra / stock.adobe.com

BERLIN. Der Bund Deutscher Kriminalbeamter (BDK) hat ein Ende des Cannabis-Verbots gefordert, um Cannabis-Konsumenten zu "entkriminalisieren". BDK-Chef André Schulz sagte der "Bild"-Zeitung am Montag: "Die Prohibition von Cannabis ist historisch betrachtet willkürlich erfolgt und bis heute weder intelligent noch zielführend. Es gab in der Menschheitsgeschichte noch nie eine Gesellschaft ohne Drogenkonsum, das muss man schlicht akzeptieren. Cannabis, so meine Prognose, wird in Deutschland nicht mehr allzu lange verboten sein."

Der BDK setze sich daher für eine "komplette Entkriminalisierung von Cannabis-Konsumenten" ein. Zur Begründung sagte Schulz: "Durch unser derzeitiges Rechtssystem stigmatisieren wir Menschen und lassen kriminelle Karrieren erst entstehen. Es gibt bessere Möglichkeiten in der Drogenpolitik als größtenteils auf Repression zu setzen."

Keine Erlaubnis für berauschtes Autofahren

Dazu gehöre "zu lernen, mit einem verantwortungsvollen Drogenkonsum umzugehen, Konsumenten und Suchtkranken unter Fürsorgeaspekten zu helfen und einen tatsächlich wirksamen Kinder- und Jugendschutz möglich zu machen".

Schulz stellte zugleich klar: "Aus Sicherheitsgründen darf das Führen eines Kraftfahrzeuges weder im alkoholisierten oder sonstwie berauschten Zustand erfolgen." (dpa)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Jede achte Frau braucht nach der Geburt Antidepressiva

Etwa elf Prozent aller Frauen leiden im ersten Jahr nach der Geburt an Depressionen. Unter jungen Frauen im Alter von 15 bis 19 Jahren ist der Anteil fast doppelt so hoch. mehr »

Die Malaria-Gefahr wächst

Weltweit steigen Erkrankungszahlen an Malaria seit zwei Jahren wieder. Es trifft nicht nur Kinder in Entwicklungsländern, sondern auch Reisende aus Deutschland. mehr »

„Mütter sind die zentralen Ansprechpartner“

In dieser Woche werben Urologen für die HPV-Impfung. Vor allem bei Jungen besteht Nachholbedarf. Wie sie für eine Impfung gewonnen werden sollen, erklärt der Vorsitzende des Berufsverbandes Dr. Axel Schroeder. mehr »