Psychotherapeuten-Ausbildung wird reformiert

BERLIN (sun). Die Psychotherapeuten haben einen einheitlichen Zugang zur Ausbildung gefordert. Ein Hochschulabschluss auf Masterniveau sei kein bundesweiter Standard für die Ausbildungszulassung.

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Inzwischen akzeptieren neun von 16 Landesprüfungsämtern den Bachelor als Voraussetzung für die Ausbildung zum Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten. "Der Masterabschluss muss aber auch bei Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten Zugangsvoraussetzung zur Psychotherapieausbildung sein", sagte der Präsident der Bundespsychotherapeutenkammer Professor Rainer Richter. Ansonsten drohe psychisch kranken Kindern und Jugendlichen eine Behandlung zweiter Klasse. Der Bologna-Prozess - die EU-einheitliche Umstellung der Studienabschlüsse auf Bachelor und Master - erfordere eine Anpassung der gesetzlichen Zugangsregelung zur postgradualen Ausbildung. Für einen approbierten Heilberuf seien wissenschaftliche Kompetenzen auf Masterniveau erforderlich.

Unterdessen soll es eine einheitliche Approbation mit zwei Spezialisierungen geben. Danach erhält jeder angehende Psychotherapeut eine Grundqualifizierung für die Behandlung aller Altersgruppen. Darauf aufbauend soll ein Schwerpunkt mit Qualifizierung entweder für die Behandlung von Kindern und Jugendlichen oder Erwachsenen gesetzt werden. Derzeit gibt es noch zwei Berufe: Psychologischer Psychotherapeut und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut.

Dem Vorstandsmitglied der psychotherapeutischen Landeskammer Nordrhein-Westfalen, Dr. Wolfgang Groeger, geht dieser Vorstoß nicht weit genug. "Die Eckpunkte sind zwar ein Schritt in die richtige Richtung", so der Psychotherapeut. Allerdings müsse es langfristig eine "Ausbildung aus einem Guss" mit einem aufeinander aufbauenden Studium und Ausbildung geben.Noch in diesem Jahr solle ein Entwurf für die Reform des Psychotherapeutengesetzes vorgelegt werden, kündigt Kammer-Chef Richter an. Die Delegierten des Deutschen Psychotherapeutentages hatten bereits im Mai Eckpunkte zur künftigen Psychotherapeutenausbildung beschlossen. Anfang Juli beschloss die Gesundheitsministerkonferenz dann eine gemeinsame Arbeitsgruppe von Bund und Ländern, um die Reform umzusetzen.

Die Eckpunkte liegen zurzeit beim Bundesgesundheitsministerium (BMG) vor. Es sei allerdings noch nichts entschieden, hieß es aus dem BMG. Die geplante Arbeitsgruppe sei in Vorbereitung.

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