Ärzte Zeitung online, 26.06.2019

Berlin

Einig über Ausbildungskosten

In Berlin haben sich die Beteiligten über Pauschalen für Pflegeschüler verständigt.

BERLIN. Auf dem Weg zur einheitlichen Pflegeausbildung ist Berlin wieder einen Schritt vorangekommen– die Finanzierung ist mittlerweile geklärt. Die Vertragspartner haben sich auf Pauschalen von 8865 Euro für die Ausbildungskosten der Pflegeschulen und von 7946 bis 9998 Euro für die Kosten der praktischen Ausbildung geeinigt. An den Kosten-Vereinbarungen sind das Land Berlin, die Krankenversicherungen, die Berliner Krankenhausgesellschaft, die Vereinigungen der Träger der Pflegeeinrichtungen und die Interessenvertretungen der Pflegeschulen beteiligt.

„Es ist gut, dass wir endlich eine Einigung zu den Pauschalen haben, und dass das Land Berlin zudem zugesichert hat, auch die Mieten und Investitionskosten, die nicht über den Fonds finanziert werden dürfen, auskömmlich für die Pflegeschulen zu übernehmen“, sagt Birgit Hoppe, Vorsitzende des Pflegeschulbunds Berlin. Es stünden noch ungeheuer viele Umsetzungsschritte für die Ausbildungsreform zum Januar 2020 an. „Nun können wir uns auf die weiteren Baustellen konzentrieren“, so Hoppe . Der Abschluss der Verhandlungen war schon für Ende April geplant.

Die Berliner Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) bewertet Investitionen in Ausbildungsqualität und mehr Ausbildungskapazitäten als gut angelegtes Geld: „Wenn wir heute nicht ausbilden, fehlen uns morgen die Pflegekräfte“, mahnte sie. Berlin habe mit der Einigung auf die Ausbildungspauschalen bundesweit Maßstäbe gesetzt „Mit der Einigung erhalten die Pflegeschulen und Träger der praktischen Ausbildung die erforderliche Basis und Sicherheit für die Umsetzung und Planung der neu eingeführten generalisierten Pflegeausbildung“, so Kalayci.

Das bestätigte BKG-Geschäftsführer Marc Schreiner: „Jetzt haben wir die Perspektive, Ausbildungsplätze zu erhalten und auszubauen.“ Auch Oliver Bürgel, Vorsitzender der LIGA der Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege Berlin meint: „Dieses Ergebnis ist eine wichtige Grundlage für unseren Anspruch, die Anzahl von Ausbildungsplätzen in der Pflege sowie auch die Attraktivität der Pflegeberufe deutlich zu steigern“.

Die Umsetzung der generalistischen Pflegeausbildung gilt als Mammutprojekt in der Berliner Gesundheitssenatsverwaltung. Mindestens sechs Landesgesetze und -verordnungen müssen dafür neugeregelt werden. (ami)

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