Ärzte Zeitung, 15.07.2014

IT-Branche

Chip-Hersteller wieder gefragt

Die Börsenkurse der großen Chip-Produzenten haben in den vergangenen Jahren bei weitem nicht so stark zugelegt, wie die von anderen IT-Unternehmen. Analysten sehen nun die Trendwende nahen und raten zum Einstieg bei Applied Materials, Intel oder bei Speicherherstellern wie Seagate und Western Digital.

Von Richard Haimann

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Die Hersteller digitaler Speichermedien profitieren vom wachsenden Bedarf.

© Dmytro Tito / Fotolia.com

NEU-ISENBURG. Der Börsenkurs des Sozialnetzwerkbetreibers Facebook ist seit September 2012 um 250 Prozent gestiegen. Wer nach dem Börsencrash im Frühjahr 2009 auf die Aktie des iPhone-Herstellers Apple setzte, konnte seinen Einsatz seither sogar versechsfachen.

Hingegen legten die Aktien des Halbleiter- und Flachbildschirmproduzenten Applied Materials und des Chip-Giganten Intel seit ihrem Tief Anfang März 2009 nur um jeweils rund 120 Prozent zu und notieren noch immer unter ihren Höchstständen vor der Finanzkrise.

Viele Börsianer hatten Aktien von Chip-Herstellern in den vergangenen Jahren skeptisch beäugt.

"Sie fürchteten, die Gewinne der Unternehmen könnten sinken, weil weltweit die Nachfrage nach Desk-Top-Computern und Notebooks zurückgeht, da Smartphones und Tablets immer stärker gefragt sind", sagt Mark Hawtin, Stratege der britischen Investmentgesellschaft GAM. Diese Annahme sei aber falsch.

Intel-Aktien vergleichsweise günstig

Zwar werden bislang für Smartphones und Tablets einfachere Chips verwendet, bei denen die Gewinnmargen der Hersteller niedriger sind.

Doch mit den wachsenden Anforderungen an die Leistungsfähigkeit der Geräte steigt auch wieder die Nachfrage nach hochwertigen Halbleitern.

Zudem sei es den Herstellern gelungen, einfachere Chips preiswerter zu produzieren und so ihre Gewinnmargen zu halten, meint auch Stacy Rasgon, Analyst beim US-Investmenthaus Sanford C. Bernstein & Co. "Aktien wie Intel weisen deshalb attraktive Kurs-Gewinn-Verhältnisse auf."

Aktuell werden Intel-Papiere zum 13,7-fachen des Konzerngewinns des vergangenen Jahres gehandelt, Aktien von Applied Materials zum 29-fachen. Facebook-Aktien hingegen notieren derzeit etwa beim 62,1-fachen des Gewinns von 2013.

"Intel-Aktien sind sehr billig", lautet daher der Befund Hawtins. In dem von ihm gemanagten Fonds GAM Star Technologie hat er gerade Intel-Aktien zugekauft. "Die Papiere machen nun 4,6 Prozent des Portfolios aus."

Datenvolumen wächst rapide

Das US-Analysehaus Zack Investment Research hat in einer neuen Studie Intel mit Kaufen eingestuft. "Die Gesellschaft ist bestens aufgestellt, um sowohl von der wachsenden Nachfrage nach preiswerten, als auch nach hochwertigen Chips zu profitieren", schreiben die Analysten.

Die US-Investmentbank Stifel Nicolaus rät zudem zum Kauf von Aktien von Applied Materials. Trotz der deutlich höheren Bewertung gegenüber Intel dürfte der Börsenkurs in den kommenden zwölf Monaten um weitere elf Prozent zulegen, da das Unternehmen seine Dividende auf 0,40 US-Dollar je Aktie angehoben habe.

GAM-Stratege Hawtin setzt zudem auf den US-Speicherhersteller Seagate. Nach einer neuen Studie des US-Marktforschungsunternehmens International Data Corporation wird das weltweite Datenvolumen von derzeit 4,4 Zettabyte bis 2020 auf 44 Zettabyte wachsen.

Ein Zettabyte entspricht einer Milliarde Gigabyte. "Der Bedarf an Speicherkapazitäten wird massiv zulegen", meinen auch die Analysten der New Yorker Investmentbank Brean Capital.

Zwar bieten immer mehr Software-Unternehmen sogenannte Cloud-Storage-Lösungen an, bei denen Daten nicht mehr auf dem Rechner oder im Handy, sondern im Internet gelagert werden.

Das bedeutet aber nicht, dass keine Speichermedien mehr benötigt werden. Tatsächlich werden bei der Cloud-Lösung die Daten auf gigantischen Großrechnern ausgelagert.

Neben Seagate haben die Brean-Capital-Analysten auch die Aktie des zweiten großen Speicherherstellers Western Digital auf "Kaufen" gesetzt.

Die Seagate-Aktie wird an der Börse derzeit zum 10,5-fachen des Vorjahresgewinns gehandelt, das Papier von Western Digital zum 9,8-fachen.

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