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Elektronischer Impfpass

Ampelsystem zeigt Impfstatus an

Schneller Blick aufs Smartphone statt suchen nach dem gelben Heft: In Sachsen und Thüringen nutzen bislang 15.000 Versicherte der AOK und über 30 Ärzte den elektronischen Impfpass. Die Daten liegen auf einem Server im Sicheren Netz der KVen.

Von Taina Ebert-Rall Veröffentlicht: 23.07.2020, 13:46 Uhr
Ampelsystem zeigt Impfstatus an

Keine extra App notwendig: Patienten können über plus.meine.aok.de auf ihren eImpfpass zugreifen.

© Smartphone/Ärztin: H_Ko/stock.adobe.com / AOK Plus

Dresden. Einen schnellen Überblick über den Impfstatus und damit auch das Vermeiden von unnötigen Mehrfachimpfungen – das soll der elektronische Impfpass in Zukunft Patienten und ihren behandelnden Ärzten bieten. In Sachsen und Thüringen nehmen bereits mehr als 15.000 Versicherte der AOK PLUS und mehr als 30 Ärzte an einem Modellprojekt teil, bei dem sie erstmals Impfdaten auf einer gemeinsamen digitalen Plattform verwalten.

Dafür hat die AOK PLUS in Zusammenarbeit mit der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Sachsen den eImpfpass entwickeln lassen. Darin werden Immunisierungen verlustfrei dokumentiert, indem die Daten auf einem Server im Sicheren Netz der Kassenärztlichen Vereinigungen gespeichert werden. Der eImpfpass prüft anhand der Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) und der Sächsischen Impfkommission (SIKO), ob der Schutz vollständig ist und weist auf Impflücken sowie auf fällige Auffrischungen hin.

Patient und Arzt profitieren

Der Dresdner Hausarzt Dr. Alexander Poch ist von Anfang an dabei. Er beschreibt den eImpfpass als eine „gute und schlaue Sache“. „Ich wurde von der Softwarefirma angesprochen, weil meine Praxissoftware mit dem für den eImpfpass verwendeten System kompatibel ist“, erläutert der Internist, in dessen Praxis schon knapp 40 Patienten die elektronische Variante des Impfpasses nutzen. Auch seine Patienten nehmen das neue Angebot positiv auf. „Etliche haben mich sogar von sich aus darauf angesprochen. Und die Patienten, die es schon nutzen können, finden das gut. Als mündige Patienten haben sie die volle Kontrolle über ihren Impfstatus.“

Insofern fände Poch es „eine tolle Sache“, wenn viel mehr Patienten den elektronischen Impfausweis nutzen könnten. „Das Projekt steht und fällt damit, dass viele Ärzte teilnehmen. Je dichter das Netz wird, umso besser wird es.“ Der eImpfpass wird derzeit noch ausschließlich Versicherten der AOK PLUS angeboten. Allerdings bietet die IT-Infrastruktur die Möglichkeit, dass langfristig auch andere Krankenkassen die Funktionalität nutzen könnten. Bei einem Kassenwechsel könnten Versicherte perspektivisch ihren eImpfpass mitnehmen.

Der eImpfpass macht es den Ärzten wesentlich leichter, die Impfhistorie ihrer Patienten nachzuvollziehen.

Dr. Klaus Heckemann, Vorstandsvorsitzender der KV Sachsen

In Sachsen und Thüringen können AOK-Versicherte über die Online-Geschäftsstelle unter plus.meine.aok.de auf ihren eImpfpass zugreifen. Die AOK PLUS steuert vorhandene Angaben zu Impfungen aus den vergangenen sechs Jahren bei. Darüber hinaus können Versicherte weiter zurückliegende Impfungen aus ihrem Impfausweis übertragen und vom teilnehmenden Arzt anschließend elektronisch bestätigen lassen.

Auch der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen, Dr. Klaus Heckemann, nimmt ein großes Interesse der Patienten an „nutzbringenden digitalen Angeboten“ wahr. „Der eImpfpass macht es zudem den Ärzten wesentlich leichter, die Impfhistorie ihrer Patienten nachzuvollziehen. Aktuell machen allein in Sachsen rund 30 Ärzte mit beim eImpfpass. Wir gehen davon aus, dass ihre Zahl kontinuierlich steigen wird.“

Auch im Notfall greifbar

Nach den Plänen der AOK PLUS soll der eImpfpass in Zusammenarbeit mit Patienten und Ärzten weiterentwickelt werden. „Unser Ziel ist, dass er als gleichwertiger Impfausweis nach dem Infektionsschutzgesetz anerkennt wird, und dass im Notfall auch Notärzte und Krankenhäuser auf die Daten zugreifen können“, sagt der Vorstandsvorsitzende der Kasse, Rainer Striebel.

Schon jetzt sei der eImpfpass ein wichtiger Schritt in Sachen Digitalisierung im Gesundheitswesen. Gegenüber dem Ausweis aus Papier biete er deutliche Vorteile. „Ein verlorener Impfpass ist mit vielen Unannehmlichkeiten verbunden. Zum einen können durch einen abgelaufenen Impfschutz und nicht abgeschlossene Impfreihen bereits zurückgedrängte Erkrankungen wiederkehren. Zum anderen wird ein behandelnder Arzt in der Regel alle Impfungen wiederholen, sollte der Impfstatus des Patienten unbekannt sein. Unnötige Doppelimpfungen sind eine Belastung für den Körper.“

In wenigen Minuten eingerichtet

Nach Angaben von Johannes Zollmann, dessen Jenaer Firma Zollsoft GmbH, den eImpfpass für die Gesellschaft zur Förderung der Impfmedizin (GZIM) im Auftrag der AOK PLUS mitentwickelt hat, müssen nur wenige Hürden genommen werden, um den eImpfpass zu nutzen. Entweder trägt der Patient oder die Patientin bestehende Impfungen selbst in den elektronischen Ausweis ein – das wäre die Erstdigitalisierung – oder die Medizinische Fachangestellte (MFA) der Praxis übernimmt diese Aufgabe.

Weitere Infos

„Dafür braucht es nur wenige Minuten“, so der Zollsoft-Geschäftsführer. „Der Arzt muss das dann nur noch abgleichen und validieren und nach wenigen Klicks sind alle Impfinformationen digitalisiert und immer zur Hand.“

In der Praxissoftware zeigt dann eine mit einer symbolisierten Spritze versehene Ampel an, wie es um den Impfstatus des Patienten bestellt ist. „Erscheint die Spritze im roten Bereich, besteht dringender Impfbedarf, der grüne Bereich zeigt, dass alle notwendigen Impfungen vorhanden sind.“

Updates lösen Probleme beim Einlesen der E-Card

Gesundheitskarten der neuesten Generation, die die kontaktlose Nahfeldkommunikation (NFC) unterstützen, lassen sich wegen fehlender Software-Updates bei den Konnektoren in vielen Arztpraxen nicht einlesen. Darauf machen der AOK-Bundesverband und der Verband der Ersatzkassen e. V. (vdek) aufmerksam.

Das Einlese-Problem bei den NFC-Karten steht nicht im Zusammenhang mit der Ende Mai aufgetretenen Störung der Telematikinfrastruktur (TI), die inzwischen in den meisten Praxen behoben wurde. Vielmehr handele es sich um einen separaten Vorgang. Die Kassenverbände fordern die Ärzte auf, stets die neuesten Konnektoren-Updates einzuspielen, um das Problem zu vermeiden.

Da zunehmend NFC-fähige Gesundheitskarten an Versicherte verschickt werden, kommt es sonst in vielen Praxen zu Problemen. Wenn das Einlesen nicht möglich ist, muss der Konnektor aktualisiert und bis zur Implementierung des Updates das sogenannte Ersatzverfahren durchgeführt werden. (eb)

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