Telematikinfrastruktur

TI-Störung: gematik bittet Ärzte um Mithilfe

Seit Mittwoch gibt es Störungen im Stammdatenabgleich bei drei Konnektoren. Die gematik bittet Betroffene um Mithilfe. Sanktionen haben sie keine zu befürchten.

Margarethe UrbanekVon Margarethe Urbanek Veröffentlicht:
Eine Gesundheitskarte wird beim Arztbesuch am Empfang eingelesen. Im Stammdatendienst kommt es derzeit bei drei Konnektoren zu Störungen.

Eine Gesundheitskarte wird beim Arztbesuch am Empfang eingelesen. Im Stammdatendienst kommt es derzeit bei drei Konnektoren zu Störungen.

© Volker Witt / Fotolia

Berlin. Die jüngsten Störungen in der Telematikinfrastruktur, von denen nach Angaben der gematik die Konnektoren dreier Hersteller (T-Systems, Secunet und Rise) betroffen sind, scheint weite Kreise zu ziehen. Nach Schätzungen dürften rund 80.000 Praxen von den Verbindungsproblemen betroffen sein.

Seit Mittwoch ist der Versichertenstammdatendienst gestört, weil sich die betreffenden Konnektoren nicht mehr mit der TI verbinden können. Laut gematik ist ein „Konfigurationsfehler“ die Ursache. Man arbeite bereits an einer Lösung, hieß es am Donnerstagabend.

„Super-GAU für die Branche“

Ein Branchenkenner aus der Praxis-EDV-Szene, der namentlich nicht genannt werden möchte, bezeichnet die Störung als „Super-GAU“ und sieht die Anbieter vor einem „Scherbenhaufen“ stehen. Neben dem Versichertenstammdatenmanagement online könnte die Störung den Informationen zufolge auch die Nutzung von KV-Connect-Diensten betreffen, sofern Anwender direkt über die TI ins KV SafeNet gehen.

Bei einigen Primärsystemen in den Praxen führe das Problem sogar dazu, dass es – anders als bei früheren Störungen – gar nicht mehr möglich ist, die elektronischen Gesundheitskarten (eGK) einzulesen, so der Branchenkenner. Da viele Ärzte aber nebenbei noch alte Kartenleser im Einsatz hätten, könnten die eGK wenigstens darüber eingelesen werden.

Update „simpel und in wenigen Minuten umgesetzt“

Die gematik bittet in einer Mitteilung von Freitagnachmittag die von der Störung im Versichertenstammdatendienst betroffenen Leistungserbringer um Mithilfe. Sie sollen sich an ihre jeweiligen IT-Dienstleister vor Ort wenden beziehungsweise auf deren Internetseiten Lösungsansätze verfolgen. Durch dort verfügbare Anleitungen würden betroffenen Ärzte und Einrichtungen dabei unterstützt, Dateien hochzuladen, um die Störung mit einem Update zu beheben. Dies sei zwingend notwendig.

Secunet erläutert auf Anfrage, dass es notwendig sein kann, „händisch eine aktuelle TSL (Trust-service Status List) in den Konnektor einzuspielen“. Dies sei „simpel und in wenigen Minuten umgesetzt“.

Die gematik teilt außerdem mit, dass in Abstimmung mit dem Bundesgesundheitsministerium auf Ärzte, die von der Störung betroffen sind, kein finanzieller Schaden entstehe. Sanktionen seien nicht zu befürchten, wenn die Anwender durch die Störung derzeit den Abgleich den Versichertenstammdaten nicht durchführen können. (mu)

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