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Deutsche Diabetes Gesellschaft

„DMP-Online-Schulung funktioniert“

Pandemiebedingte Unterversorgung beklagt die Deutsche Diabetes Gesellschaft und fordert, Videoschulungen im Rahmen von DMP als Regelleistung zuzulassen.

Von Helmut Laschet Veröffentlicht: 03.09.2020, 18:26 Uhr

„Der gesundheitspolitische Fokus hat sich in den Wochen des Lockdown so sehr auf COVID-19-Patienten gerichtet, dass chronisch und akut Erkrankte Gefahr liefen, unter die Räder zu geraten“, resümiert die Präsidentin der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG), Professor Monika Kellerer, die Risiken im Umgang mit der Corona-Epidemie. Aus Furcht vor Ansteckung, aufgrund falsch verstandener Ausgangsbeschränkungen und mit Rücksicht auf das Gesundheitssystem hätten viele Menschen auch bei akuten Beschwerden notwendige Arztbesuche nicht wahrgenommen.

Insbesondere Menschen mit schlecht eingestelltem Diabetes, mit Bluthochdruck, Nierenerkrankungen, Polyneuropathien und Gefäßerkrankungen haben nach Angaben Kellerers einen schwereren Krankheitsverlauf bei einer COVID-19-Infektion als solche ohne Diabetes. Sorgen machen müsse man sich um Menschen mit Hypophysen- und Nebennierenerkrankungen, da diese besonders schnell bei Infektionen in lebensbedrohliche Notfallsituationen wie etwa eine Addison-Krise geraten können.

Ein unzureichend kontrollierter Diabetes könne schwere gesundheitliche Folgen haben. Liege beispielsweise der HbA1c-Wert über einen längeren Zeitraum nur etwa zwei Prozentpunkte über dem Therapieziel, dann steige das Risiko für Folgeerkrankungen erheblich, so DDG-Mediensprecher Professor Baptist Gallwitz. Umgekehrt seien schwere Hypoglykämien eine akute Gefahr, die bis zum Koma führen können.

Die DDG geht davon aus, dass es weit bis ins nächste Jahr hinein dauern kann, bis eine ausreichende Durchseuchung der Bevölkerung erfolgt sei oder Impfstoffe zur Verfügung stehen. So lange dürfe man Menschen mit chronischen Erkrankungen nicht un- oder unterversorgt lassen. „Damit Menschen mit Diabetes möglichst gut durch die Corona-Pandemie kommen, raten wir dringend zur Einhaltung wichtiger Kontroll- und Behandlungstermine“, mahnt Kellerer.

In Reaktion auf den Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses vom 8. April, bis Jahresende die im Rahmen von DMP erforderlichen Patientenschulungen auszusetzen, hatte eine Reihe von KVen ersatzweise auch Online-Schulungen ermöglicht.

Nach Ergebnissen einer Anfang Juli veröffentlichten Online-Befragung von 356 Ärzten und Diabetesberaterinnen sind damit überwiegend positive Erfahrungen gemacht worden: 75 Prozent sehen die Online-Gruppenschulung als ausreichend an, 61 Prozent bewerten die technische Ausstattung als gut und 55 Prozent schätzen die technische Kompetenz der Schulungskräfte als ausreichend ein. Deshalb sollten Online-Schulungen ein dauerhaftes Parallelangebot werden.

„DMP-Online-Schulung funktioniert“

© Ärzte Zeitung

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