Kooperation | In Kooperation mit: AOK-Bundesverband

Unterstützung durch Wundmanagerinnen

Hilfe bei chronischen Wunden

Ob diabetischer Fuß oder Druckgeschwür: Chronische Wunden sind ein ernst zu nehmendes Problem. Bei der AOK Baden-Württemberg unterstützen zertifizierte Wundmanagerinnen den Behandlungsprozess. Auch als Ansprechpartnerinnen für Ärzte.

Von Taina Ebert-Rall Veröffentlicht:
Wundversorgung im häuslichen Umfeld: Die Wundmanagerinnen stimmen sich auch direkt mit Pflegekräften ab.(Motiv mit Fotomodellen).  Gina Sanders / stock.adobe.com

Wundversorgung im häuslichen Umfeld: Die Wundmanagerinnen stimmen sich auch direkt mit Pflegekräften ab. (Motiv mit Fotomodellen). Gina Sanders / stock.adobe.com

© Gina Sanders / stock.adobe.com

Stuttgart. Laut Bundesverband der Deutschen Chirurgen gibt es in Deutschland etwa 2,7 Millionen Menschen mit chronischen Wunden. Betroffene Patientinnen und Patienten sind oft nicht nur körperlich, sondern auch in ihrer Selbstständigkeit und in ihrem sozialen Leben eingeschränkt.

Dabei können unter anderem Symptome wie Niedergeschlagenheit, Appetitlosigkeit oder Schlafstörungen auftreten, die auch ein Hinweis auf die Entstehung einer behandlungsbedürftigen Depression sein können. Um die Lebensqualität dieser Menschen zu verbessern, kommt der Versorgung von chronischen und schwer heilenden Wunden eine besondere Bedeutung zu.

Teamwork gefragt

Erforderlich für eine patientenorientierte, wirtschaftliche und leitliniengerechte Versorgung ist ein hohes Maß an fachlicher Kompetenz und eine enge interprofessionelle Zusammenarbeit. Nur so kann nach Worten von Sabine Kuhn eine fachgerechte Wundversorgung gelingen.

Kuhn ist Spezialistin für Häusliche Krankenpflege bei der AOK Baden-Württemberg. Die Krankenkasse im Südwesten Deutschlands setzt auf zertifizierte Wundexpertinnen, die den Behandlungsprozess unterstützen. „Besonders wichtig ist uns für die Versorgung der Betroffenen in der häuslichen Krankenpflege das Zusammenspiel zwischen Ärzten, Patienten und Pflegediensten“, erläutert Kuhn.

Die Wundexpertinnen der AOK Baden-Württemberg stehen Ärzten sowie Versicherten auf Wunsch beratend zur Seite und unterstützen damit eine enge interprofessionelle Zusammenarbeit. Damit das gelingt, werden außerdem spezialisierte Pflegefachkräfte, Fachkräfte aus den Bereichen der Orthopädietechnik und Podologie sowie andere Fachpraxen einbezogen.

Auch Stefan Bahr vom Therapiezentrum Chronische Wunden Ortenau (TCW) betont, dass bei der Behandlung schwer heilender Wunden „eine fachübergreifende Zusammenarbeit aller am Behandlungsprozess Beteiligten wichtig“ ist. Das TCW ist eines von rund dreißig Zentren in Deutschland, die sich auf die Behandlung von chronischen Wunden spezialisiert haben.

30 Expertinnen schon am Start

Viele der 30 Wundexpertinnen der AOK Baden-Württemberg haben sich dort ausbilden und von der Initiative chronische Wunden (ICW) zertifizieren lassen.

„Der Begriff der Wundexpertin ist nicht geschützt, allerdings haben unsere Wundmanagerinnen eine umfangreiche Weiterbildung absolviert“, erläutert Kuhn. So umfasst das Basisseminar „Wundexperte ICW“ 56 Stunden Lehre plus 16 Stunden Hospitation sowie einen Leistungsnachweis. Die Absolventen erlangen so „aktuelles Fachwissen in der phasengerechten Wundversorgung“.

Zu den Inhalten der Weiterbildung gehören Informationen rund um die Haut und deren Pflege, über Wundarten und deren Heilung, über Schmerz, Hygiene, Wundbeurteilung und Dokumentation. Auch Wissen zum Expertenstandard „Pflege von Menschen mit chronischen Wunden“ sowie über die Prophylaxe und Behandlung eines Unterschenkelgeschwürs, eines diabetischen Fußsyndroms oder eines Dekubitus wird bei der Weiterbildung vermittelt.

Zertifizierte Fortbildung

Ferner stehen Themen wie Fallmanagement, Finanzierung der Wundversorgung, Recht, Edukation oder Ernährung auf dem Stundenplan. Das vom TÜV Rheinland vergebene Zertifikat ist fünf Jahre lang gültig und kann durch das jährliche Sammeln von Fortbildungspunkten erneuert werden. So sind die Wundmanagerinnen mit ihrem Expertenwissen immer auf dem neuesten Stand.

„Unser Angebot der Unterstützung durch die Wundmanagerinnen im Bereich der Häuslichen Krankenpflege wird gut angenommen“, freut sich Sabine Kuhn. „Alle – und vor allem die Patienten – profitieren davon, dass wir in unseren Kompetenzzentren diese Kontinuität bei den Ansprechpartnerinnen bieten. Das erleichtert das nötige Zusammenspiel etwa mit Ärzten und mit Pflegediensten. Das ist Vertrauen, das über lange Zeit aufgebaut wurde.“

Unterstützungsangebote der AOK

Infowebsite zu Verbandmitteln: Unter www.aok.de/gp/wirtschaftliche-verordnung/baden-wuerttemberg/verbandmittel informiert die AOK Baden-Württemberg über Grundregeln zur wirtschaftlichen Verordnungsweise von Verbandmitteln, etwa über feuchte Wundbehandlung oder den Einsatz silberhaltiger Wundauflagen.

Die moderne Wundversorgung ist das Thema von Infoveranstaltungen, die die AOK und KV Niedersachsen für MFA anbieten. Unter https://tinyurl.com/s9fayfpk finden sich alle Termine bis Dezember 2022. Weitere Themen der regelmäßigen Veranstaltungen sind „Grundlagen einer wirtschaftlichen Verordnung“, „Sprechstundenbedarf“, und „Impfen“. Neben den Fachinformationen geht es auch um die Umsetzung im Praxisalltag. Die Teilnahme ist kostenfrei.

Besonderer Versorgungsvertrag: Die AOK Sachsen-Anhalt unterstützt Versicherte mit chronischen Wunden durch einen besonderen Versorgungsvertrag. In einem Wundzentrum in den jeweiligen Versorgungsregionen erhalten sie von erfahrenen Wundspezialisten einen individuellen Therapieplan (www.aok.de/pk/sachsen-anhalt/inhalt/chronische-wunden/).

Eine Wundsprechstunde für Patienten mit chronischen Wunden bietet die AOK Nordost für ihre Versicherten sowie für Selbstzahler in ihrem Centrum für Gesundheit in Berlin-Wedding (CfG) an. Zu den Praxisschwerpunkten zählen die Behandlung von chronischen Wunden der unteren Extremitäten, offene Beine (Ulcus cruris) sowie die individuelle Wundbehandlung einschließlich Kompressionstherapie. Infos unter www.aok.de/pk/nordost/inhalt/wundzentrum-im-centrum-fuer-gesundheit/

Checkliste Pflege: Was macht einen guten Pflegedienst aus und wo finden Menschen mit Pflegebedarf einen Anbieter, der zu ihren Bedürfnissen passt? Antworten gibt es unter www.aok.de/pk/uni/inhalt/pflegedienstsuche-fuer-die-haeusliche-pflege-1/. Eine Checkliste für die ambulante Pflege findet sich unter: https://tinyurl.com/4mrufafp

PfiFf-Pflege in Familien fördern heißt ein Programm, das die AOK Nordost entwickelt hat und das im Internet unter https://aok-pfiff.de/ umfangreiche Infos rund um die Pflege, darunter auch Filme, anbietet. Das Projekt basiert auf dem Modell von „Familiale Pflege“ der Uni Bielefeld, das durch die AOK Rheinland/Hamburg und die AOK Nordwest unterstützt wird.

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