Kooperation | In Kooperation mit: AOK-Bundesverband

Lieferengpässe

Intensiv-Arzneien als Kern für ein Register

Die Transparenz über die Versorgung mit Arzneien in der EU ist bislang nur ein zartes Pflänzchen.

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Berlin. Am 29. November verzeichnete das Bundesamt für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) 245 Lieferengpassmeldungen, die nicht mit Versorgungsengpässen gleichzusetzen sind.

Eine Untersuchung in 24 Ländern in Europa habe ergeben, dass alle über ein Melderegister für Engpässe verfügten, berichtete Dr. Sabine Vogler von der Gesundheit Österreich GmbH bei der digitalen „AOK im Dialog“-Veranstaltung „Versorgungssicherheit bei Arzneimitteln als gesamteuropäische Herausforderung“.

Allen gemeinsam sei die Feststellung des Lieferengpasses für ein Produkt, spezifiziert auf die Verpackung, den Zeitpunkt des Auftretens und das mögliche Ende des Engpasses. Begründungen seien selten, so Vogler. Damit sei der Umfang eines einheitlichen Registers für die EU umrissen.

Wichtig sei, so Vogler, zu definieren, wann eine Arznei als „versorgungskritisch“ gelte. Ein Austausch über die Vertriebsketten wäre dazu notwendig. Eine Möglichkeit könnte perspektivisch sein, das vorhandene System zur Verfolgung von Arzneimittelfälschungen auch für die Transparenz der Lieferketten zu nutzen.

Eine europäische Datenbank gilt als Ziel, ein Register soll bei der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) angesiedelt werden. Freiwillige Ansätze der Industrie gebe es dort bereits. Allerdings sei es problematisch, sich europaweit auf eine Liste versorgungskritischer Arzneimittel zu einigen, weil in den verschiedenen Märkten unterschiedliche Alternativen zur Verfügung stünden, sagte der Vertreter des Bundesgesundheitsministeriums, Dr. Lars Nickel.

Das sei nicht verwunderlich, bestätigte AOK-Bundesverbandschef Martin Litsch. Die Kunst bestehe darin, sich auf „signifikante Wirkstoffe“ zu einigen. Weglassen könne an dieser Stelle ein „Mehr“ bedeuten. Litsch schlug als Kern eines künftigen Registers eine Liste mit 22 Wirkstoffen vor, die in der intensivmedizinischen Versorgung notwendig seien. Darauf könnten sich in der EU voraussichtlich alle einigen. (af)

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